Denkwürdiges Tête-à-tête: AfD und BSW treffen sich zum Meinungsaustausch
Magdeburg. Mit dem AfD-Triumph in Sachsen-Anhalt haben sich neue Perspektiven für die deutsche Politik eröffnet. Viele haben wieder Hoffnung, daß sich endlich etwas zum Positiven ändern kann. Jetzt gab es in Magdeburg ein denkwürdiges Treffen, das diese Entwicklung befördern könnte.
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Neben dem frischgewählten Landtagspräsidenten Tobias Rausch und rund 20 AfD-Abgeordneten waren am 8. Oktober sämtliche fünf Mitglieder der BSW-Landtagsfraktion anwesend. Das Treffen sollte dem gegenseitigen Kennenlernen dienen – und einem dezenten Ausloten politischer Gemeinsamkeiten.
Die Beteiligten lobten die konstruktive Atmosphäre. Die BSW-Bundesspitze hingegen tobt. Sie will jedem Eindruck einer politischen Annäherung entgegentreten. Parteichef Fabio De Masi erklärte auf X, es bleibe „richtig, Anträge in der Sache zu bewerten und eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD zu führen“. Aber: „Dabei darf jedoch nicht der Eindruck der Kumpanei oder einer privilegierten Partnerschaft entstehen.“ Die AfD sei ein „politischer Gegner“.
Noch schärfer äußerte sich der stellvertretende Parteivorsitzende Christian Leye. In einem gemeinsamen Instagram-Beitrag mit dem nordrhein-westfälischen Landesverband hieß es: „Es reicht! Diese Distanzlosigkeit und Kumpanei mit der AfD müssen ein Ende haben.“ Ein gemeinsames Abendessen, das beide Parteien zusammenbringe, sei etwas anderes als die politische Auseinandersetzung, argumentierte Leye.
Allerdings gibt es auch andere Stimmen. Frederick Broßart aus dem niedersächsischen Landesvorstand schrieb auf X: „Wie sich hier einige der Hysterie hergeben, ist schon zum Fremdschämen.“ Er verteidigte den Kurs der Parteifreunde in Sachsen-Anhalt und wandte sich gegen eine Politik, die derjenigen der Linkspartei ähnle.
Auch die in Magdeburg anwesende BSW-Abgeordnete Claudia Wittig verteidigte das gemeinsame Essen: Menschen mit unterschiedlichen politischen Ansichten könnten durchaus miteinander speisen. Es sei „nicht verkehrt, wenn die friedliche Koexistenz verschiedener Meinungen auch im Alltag wieder normaler würde“. Mit Blick auf die parlamentarische Zusammenarbeit erklärte sie: „Wir werden uns wie Erwachsene an einen Tisch setzen und reden.“ Wittig verwies zudem auf eine gemeinsame Resolution von BSW und AfD zum Ukraine-Krieg und forderte, die Friedensbewegung nicht durch „Abgrenzerei und Spalterei“ zu schwächen. (rk)
Bild: AfD Sachsen-Anhalt
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