Britische Militärs räumen ein: „Unsere Streitkräfte sind ziemlich desolat“
London. Jahrelange Finanzierungslücken haben nach Einschätzung mehrerer ehemaliger britischer Militärchefs verheerende Spuren bei Personal und Ausrüstung der Streitkräfte hinterlassen. Admiral Lord Alan West, früherer Oberbefehlshaber der Royal Navy, vertraute dem „Sunday Telegraph“ dieser Tage an: „Unsere Streitkräfte haben über viele Jahre hinweg nicht genügend Finanzierung erhalten und befinden sich jetzt in einem ziemlich desolaten Zustand.“
Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<
Tatsächlich ist die Personalstärke der Royal Navy laut „Daily Express“ auf den niedrigsten Stand der jüngeren Geschichte gesunken. Gleichzeitig fehlt es an Kriegsschiffen und einsatzfähigen U-Booten. Aber auch das Heer verfügt derzeit nur über 73.600 vollständig kampfbereite Soldaten – laut „Telegraph“ der niedrigste Wert seit mehr als 200 Jahren. 2027 soll eine Mobilisierungsübung mit Teilen der rund 95.000 Mann starken strategischen Reserve stattfinden.
Die Defizite der britischen Streitkräfte sind umso bemerkenswerter, als London zu den aggressivsten Scharfmachern im Konflikt mit Rußland zählt.
Eine Reihe prominenter Militärs fordert deshalb dringend verstärkte Rüstungsanstrengungen. So sagte General a. D. Nick Parker, ehemaliger Chef der britischen Landstreitkräfte: „Mit zunehmenden Bedrohungen wird Großbritannien Führung benötigen. Die Gesellschaft muß ehrlich über die Risiken informiert werden. Nationale Prioritäten müssen geändert und schwierige Entscheidungen getroffen werden, die nicht immer populär sein werden.“ Parker ergänzte: „Ich bin nicht davon überzeugt, daß die derzeitige Regierung das gesamte Ausmaß dieser Verantwortung versteht.“
General a. D. Richard Dannatt warf Premierminister Andy Burnham und Finanzminister John Healey vor, „verantwortungslos mit der nationalen Sicherheit umzugehen“. Er fordert bis spätestens 2035 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Verteidigung. Nach derzeitiger Planung sollen es 2027/28 zunächst 2,7 Prozent sein.
Die Chefin der Konservativen, Kemi Badenoch, fordert ebenfalls zusätzliche Mittel und brachte dafür Kürzungen bei Sozialleistungen ins Gespräch. „Während Europa von einem Brand bedroht wird, tut unsere Regierung nichts“, sagte sie. Die Regierung müsse aufhören, an ein „Ende der Geschichte“ zu glauben: „Es ist an der Zeit, die Situation ernst zu nehmen.“
Das Londoner Verteidigungsministerium plant für die kommenden vier Jahre fast 300 Milliarden Pfund für Rüstungsvorhaben ein. Das dürfte allerdings ebensowenig wie die exzessiven „Sondervermögen“ in Deutschland ausreichen, um die britischen Streitkräfte wieder auf Vordermann zu bringen. (mü)
Bildquelle: Pixabay/gemeinfrei
Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!
Folgen Sie ZUERST! auch auf Telegram: https://t.me/s/deutschesnachrichtenmagazin
Kommentare 0
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!