Boll dreht „Citizen Vigilante 2“: „Die FSK muß verbieten. Das ist das Ziel“
Jetzt ist es amtlich: es wird eine Fortsetzung des Selbstjustiz-Thrillers „Citizen Vigilante“ von Uwe Boll geben. Der erste Teil erhielt bekanntlich von der „Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“ (FSK) keine Kennzeichnung und darf deshalb nicht in den Kinos gezeigt werden. Zumindest eine SPIO-Unbedenklichkeitsbescheinigung liegt inzwischen vor. Damit kann der Vertrieb Free Wind die deutsche Veröffentlichung vorbereiten. Die Synchronisation ist inzwischen abgeschlossen, Blu-ray und DVD sollen über Gameware in Österreich produziert und ausgeliefert werden. Boll spricht von „zigtausenden Vorverkäufen“.
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In Deutschland soll der Film zudem mit strenger Alterseinstufung bei Amazon, Apple und weiteren Streamingdiensten verfügbar werden.
Boll wirft der FSK Verzögerungen und die Schuld an erheblichen finanziellen Einbußen vor: „Die FSK hat dem Film enormen Schaden zugefügt; er wäre längst draußen und hätte deutlich mehr Geld gemacht“, berichtete er jetzt in einem Gespräch mit dem Nachrichtenportal „NIUS“. Eine vollständige Verhinderung der Verbreitung sei unter den heutigen technischen Bedingungen allerdings kaum möglich. Elon Musk hatte „Citizen Vigilante“ 48 Stunden lang kostenlos auf seiner Plattform X zugänglich gemacht. Boll zufolge wurde sein Film dadurch weltweit zu einem Hit.
Berichte über einen angeblichen Sinneswandel von Hauptdarsteller Armie Hammer weist Boll zurück. Hammer habe ihm gegenüber bestritten, den Film zu bereuen. In Hollywood sei er von Freunden wegen seiner Mitwirkung kritisiert worden. Auf deren Bemerkungen habe Hammer lediglich höflich reagiert und eingeräumt, der Film sei „hart und radikal“. Das Magazin „Puck“ habe das später aber ganz anders dargestellt. Boll verweist auf Hammers Pressearbeit in Australien: „Das würde er sicher nicht tun, wenn er den Film tatsächlich als ,den allerschlimmsten, radikalsten‘ bezeichnen und sich dafür schämen würde, wie im Artikel suggeriert.“
Auch wirtschaftlich sieht Boll inzwischen wieder Licht am Horizont und kann sich freuen: „Der Film hat allein in den USA im Streaming das Dreifache der Herstellungskosten an Umsatz gemacht.“ Einnahmen würden zwar zwischen Streamingdiensten und Weltvertrieb aufgeteilt, dennoch habe auch er inzwischen vom Film profitiert.
Die Arbeiten an „Citizen Vigilante 2“ laufen bereits. Das Drehbuch sei fast fertig, gedreht werden soll im Januar und Februar in Amerika. Die Finanzierung übernehmen Privatinvestoren. Kameramann Mathias Neumann ist erneut am Set. Der genaue Drehort bleibt aus Sicherheitsgründen geheim; zudem soll unter einem anderen Titel produziert werden. Boll verhandelt auch mit Hammer wieder über eine Mitwirkung: „Ich hoffe, ihn zumindest für eine kleinere Rolle zu gewinnen.“
Für Teil zwei ist eine teurere Produktion vorgesehen, allerdings ohne Big-Budget-Studio. Inhaltlich und politisch soll der Streifen an den ersten Film anknüpfen. Boll hat dazu klare Vorstellungen: „Der Stil muß hochpolitisch bleiben und wieder ein Trigger werden, bei dem viele sagen: ‚Die FSK muß auch diesen Film verbieten. Das ist das Ziel‘.“ Auch das deutsche Publikum darf gespannt sein – wenn nicht im Kino, dann wenigstens auf die DVD. (rk)
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