Böser Schlag für Kiew: Musk drosselt Starlink in der Ukraine
Washington/Kiew. Tesla-Gründer Elon Musk spielt in der Ukraine zum zweiten Mal Schicksal. Zum ersten Mal agierte er in der dieser Rolle 2022, in der Anfangsphase des Krieges, als er sein Starlink-Satellitenkommunikationssystem aktivierte und Tausende mobiler Internet-Kits in die Ukraine schickte. Für viele war das in Zeiten des Krieges die einzige Möglichkeit der Kommunikation. Und die ukrainische Armee nutzte Starlink schnell für militärische Zwecke.
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Damit ist offenbar Schluß. Seit der Nacht zum 14. Oktober melden ukrainische Militäreinheiten unerwartete Verbindungsabbrüche bei Starlink-Terminals schnell fliegender Drohnen. Betroffen ist auch das militärische Paket Starshield von Musks SpaceX-Konzern. Mehrere Einsätze seien bereits gescheitert oder abgesagt worden.
Der ukrainische Verteidigungstechnologieberater Serhij „Flash“ Beskrestnow berichtet von einer neu auftretenden Geschwindigkeitsbegrenzung. Oberhalb von etwa 160 Kilometern pro Stunde funktionierten die Verbindungen nicht mehr zuverlässig; einzelne Einheiten melden Störungen bereits bei deutlich geringeren Geschwindigkeiten. Das 7. Korps der ukrainischen Luftsturmtruppen registrierte im Raum Huljajpole Unterbrechungen von zehn bis 20 Sekunden bereits bei 110 bis 120 Stundenkilometern. Auch Abfangdrohnen gegen strahlgetriebene russische Shahed-Drohnen seien betroffen. Die gewöhnliche Internetkommunikation des Militärs funktioniere dagegen weiterhin.
Beskrestnow hält einen Zufall für ausgeschlossen. Die Maßnahme stehe „im Zusammenhang mit der aktuellen politischen Lage“, wird er zitiert. Gemeint ist der wachsende Druck von US-Präsident Donald Trump auf Kiew, Angriffe auf russische Erdölraffinerien einzustellen. Trump und Musk haben solche Attacken kritisiert. Musk, dessen Unternehmen Milliardenaufträge von der US-Regierung erhält und der Trumps Partei im Wahlkampf finanziell unterstützt, wies allerdings die Verantwortung für die Einschränkungen von sich und stellte sie als Entscheidung des Weißen Hauses dar.
Unbestritten ist, daß die Starlink-Ausfälle die Ukraine auf dem falschen Fuß treffen. Starlink dient längst nicht mehr nur der militärischen Kommunikation, sondern auch der Steuerung von Drohnen. Besonders weitreichende Angriffe auf Ziele im russischen Hinterland sowie die Abwehr russischer Jetdrohnen sind plötzlich erschwert.
Nun wächst in Kiew die Sorge vor einer Einschränkung auch des nachrichtendienstlichen Informationsaustausches mit den Amerikanern. Laut „Kyiv Independent“ wurde einem ukrainischen Oberbefehlshaber telefonisch mit einem Ende der Zusammenarbeit gedroht.
Damit könnte es für Kiew prekär werden. Ob die Starlink-Sperre tatsächlich Teil einer gezielten Kampagne des Weißen Hauses ist, bleibt offen. Tatsache ist aber, daß sie die Ukraine an einer ihrer verwundbarsten Stellen trifft. (mü)
Bild von Ondřej Šponiar auf Pixabay/Gemeinfrei
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