Polnischer Historiker rechnet mit den westlichen Werten ab: „Tatsächlich ist der Westen größtenteils verfault“

3. April 2019
Polnischer Historiker rechnet mit den westlichen Werten ab: „Tatsächlich ist der Westen größtenteils verfault“
Kultur & Gesellschaft
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Warschau. Der polnische Historiker Prof. Wojciech Roszkowski hat anläßlich der Vorstellung seines jüngsten Buches „Roztrzaskane lustro“ („Zerbrochener Spiegel – Der Niedergang der westlichen Zivilisation“) heftig mit dem Westen und seinen „Werten“ abgerechnet und in diesem Zusammenhang eine „Warnung an die Polen“ ausgesprochen.

„Manchmal werde ich gefragt, ob Polen als Land etwas dagegen machen kann, aber ich denke, wir sollten bei uns selbst beginnen, unsere Angelegenheit in Ordnung zu bringen und wieder auf unsere Beine zu kommen. Auch bei uns in Polen läuft leider vieles verkehrt, auch in der Ethik“, erklärte Roszkowski.

Die drei wesentlichen Säulen der westlichen Zivilisation – die griechische Philosophie, das Römische Recht und das Christentum – seien heute unter Beschuß. Der Westen habe es geschafft, mehrere Angriffe durch progressive Ideologien abzuwehren, mittlerweile schienen die Widerstandskräfte jedoch zu erlahmen. Roszkowski:

„Angefangen von der Französischen Revolution durch das 19. Jahrhundert hindurch sind Atheismus und verschiedenste Fortschrittsutopien auf den Plan getreten, was bittere Konsequenzen zur Folge hatte, oder auf Klasse oder Rasse gegründete Ideologien, die im 20. Jahrhundert Monster in Form von Kommunismus und Nazismus geboren hatten. Bis dato hat sich die westliche Zivilisation selbst verteidigt; sie wurde konsolidiert und in der Welt verbreitet, ehe die 1960er als Periode des Bruchs kamen, als destruktive Faktoren stärker wurden und nicht nur die Eliten, sondern auch die Massen ergriffen.“

Heute sei die westliche Zivilisation ihrem Ende nahe: „Die Sexualisierung von Kindern, das Unterminieren der Geschlechtsidentität von Menschen, die Zerstörung der Familie sind der Beginn des Endes der Zivilisation“, ist sich Roszkowski sicher.

Bereits in alten Zeiten habe die römische Zivilisation auf diese Weise geendet. Wir lebten heute, betont Roszkowski, in einer Welt des falschen Bewußtseins, weil man den Westen immer noch als etwas Gutes und Schönes darstelle, an dem man sich orientieren solle. Aber: „Tatsächlich ist der Westen in größten Teilen bereits verfault. Wenn wir den Westen verteidigen wollen, müssen wir unseren Blick um 180 Grad drehen und dürfen nicht auf LGBT, die Sexualisierung unserer Kinder an Schulen oder Paraden unterschiedlichster Verirrter blicken, die über Toleranz reden, aber tatsächlich aggressiv sind und Extra-Privilegien für sich selbst fordern. Das stellt alles auf den Kopf. Deshalb sollten wir den Westen, den wir verteidigen wollen, anderswo suchen.“

Der 1947 in Warschau geborene Wojciech Roszkowski ist Wirtschaftswissenschaftler und Historiker. Von 2004 bis 2009 saß er für die PiS im Europäischen Parlament. Von 1980 bis 1983 war er Mitglied der Gewerkschaft Solidarność. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs war er unter anderem Dozent für polnische Studien an der University of Virginia. (mü)

10 Comments

  1. Ketzerlehrling schreibt:

    Der Westen ist verkommen, von innen heraus und von oben herab.

  2. m schreibt:

    Gibt es einen Link zur Quelle? Danke.

  3. Lore schreibt:

    Wie recht er hat,nur interessiert das die Merkel und Co Kaste nicht.

  4. Wolfsrabe schreibt:

    Schon richtig, sich aber dann von den USA als Köter gegen Rußland einlullen lassen ist auch nicht gerade eine starke Positionierung

  5. MarcoM schreibt:

    Die Zusammenhänge, die Entwicklung und das Sterben von Kulturen, Zivilisation als degeneratives Endstadium der Kultur hat Oswald Spengler doch schon vor 100 Jahren eindrucksvoll und tiefschürfend dargelegt.

  6. Bernd Sydow schreibt:

    Der Naturforscher Charles Darwin ist bekanntlich der Entdecker der Mechanismen der Evolution. Er erkannte, daß alles Leben sich mit der Zeit den herrschenden Lebens- und Umweltbedingungen anpaßt.

    Vergleichbares gilt auch für das menschliche Bewußtsein, denn was sonst prägte die westliche Zivilisation als das Bewußtsein der Menschen ihrer Zeit. Im Verlaufe des technischen und des medizinischen Fortschritts veränderten sich freilich die Menschen, ein Gefühl des „Alles ist möglich“ machte sich breit. Das schleichende Gift der Toleranz und der Selbstverwirklichung (Beispiel: Der Leitspruch der Feministinnen „Mein Bauch gehört mir!“) unterminierte das ethische Fundament der westlichen Zivilisation. Mit fatalen Folgen auch für die westlichen Medien: Wurde früher nur die Wahrheit als Wahrheit dargestellt, so wird heute vielfach die Lüge als Wahrheit „verkauft“.

    Für den Untergang des Römischen Reiches sind verschiedene Ursachen maßgebend, eine davon ist die ausgeprägte Dekadenz der römischen Gesellschaft. Der westlichen Zivilisation wird nach meiner Überzeugung ein ähnliches Schicksal beschieden sein. Denn die ehernen Gesetze der biologisch-natürlichen Entwicklung des Menschen durch Toleranz, Laisser-faire und sexual-perverse Experimente mit Kindern – wie sie an manchen europäischen (deutschen) Schulen praktiziert werden – zu ignorieren, ist ein großes Übel!

    • Ali Baba schreibt:

      „JEMAND“ sagte; „Zu Beginn gab es ein Wort.“ Und dann kam die Luege, die seit vielen, vielen Jahren /gang u. gaebe/. generiert jedes Uebel dieser Welt.

  7. Realist schreibt:

    Vielen Dank für den Artikel! Auf den Punkt gebracht. Natürlich wird so eine Stimme im völligen Faulsumpf der öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland nicht vernehmbar werden. Hier wird der aufoktroyierten Staatsreligion des Multikulturalismus und der „Gendergerechtigkeit” gehuldigt. Das System Merkel ist „voll auf Droge”. Dies fordert bereits viele Opfer in verschiedenster Form und der auffälligsten Folge eines ausbleibenden ausreichenden einheimischen Nachwuchses. Es wird immer dramatischer. Der kulturelle Niedergang, nicht nur in den Städten, ist in vollem Gang.

    • Ali Baba schreibt:

      Der kulturelle Niedergang…ist in vollem Gang.“ Aber er beginnt…in unseren Koepfen…!

  8. Teri schreibt:

    „Zerbrochener Spiegel – Der Niedergang der westlichen Zivilisation“:

    Wenn ich nur an Entwicklungen in Berlin denke:

    Wowereit
    – Ich bin schwul und das ist gut so…
    – Wir sind arm (auf Kostens von Bayern lässt sich trotzdem genug Geld verschwenden) aber sexy…
    Ein Stück überheblicher Dekadenz.

    Berliner Flughafen – international eine Blamage ohne gleichen – das kommt davon, wenn ahnunslose, ohne jegliche technische Kenntnisse entscheiden (hätten Chinesen den bauen dürfen, wäre er schon jahrelang im Betrieb)

    – Aber kein Wunder – Schulwesen ist ja inzwischen eine Katastrophe, Ingenieure werden immer weniger, dafür hat man genug Gender- und Bla-bla-Fächer

    – In Kriminalität bereits Frankfurt (früher als kriminellste Stadt der BRD bezeichenet) abgelöst… Islamisten lässt man Leute umbringen, dann verhöhnt man noch die Hinterbliebenen und Verletzten.

    – Deutsche Hymne würde man am liebsten in „Multi-Kulti über alles…“ umtexten

    – statt hässlicher Mauer hat man heute hässliche Ghettos

    – und „Die drei wesentlichen Säulen der westlichen Zivilisation – die griechische Philosophie, das Römische Recht und das Christentum“ kann man dort langsam mit Lupe suchen.

    Also hat der Pole irgendwie Recht…

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