Grünen-Politikerin Claudia Roth: „Struktureller Rassismus ist Teil der Norm“

13. August 2019
Grünen-Politikerin Claudia Roth: „Struktureller Rassismus ist Teil der Norm“
Kultur & Gesellschaft
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Berlin. Andere Probleme gibt es offenbar nicht: Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) hat einen „allgegenwärtigen“ Rassismus in Deutschland beklagt. In einem Gastbeitrag für heute.de propagierte sie jetzt: „In Form eines mal lauten, mal leisen Grundrauschens war und ist kultureller, ethnischer, auch antimuslimischer Rassismus für viele Menschen in Deutschland schmerzhafte alltägliche Erfahrung. An den Universitäten, in den Personalabteilungen, auf dem Wohnungsmarkt: Rassistisch bedingte Machtstrukturen haben System.“

Schüler mit nicht-deutschen Namen würden bei identischer Leistung „nachweislich“ schlechter benotet als solche, die Max und Lisa hießen, so Roth weiter. Eine gleichlautende Bewerbung habe weniger Chancen auf Erfolg, wenn die Person auf dem Foto ein Kopftuch trage. Und wenn ein Angehöriger einer Minderheit eine Straftat begehe, würde häufig auf die gesamte Gruppe geschlossen, auch wenn die Zahlen einen solchen Schluß nicht begründeten.

„Vielleicht würde ja sogar der ein oder andere Regierungschef seine Abschottungspolitik und die bewußt unterlassene Hilfeleistung, die das Tausendfache Sterben im Mittelmeer bedeutet, weniger vehement verteidigen, wenn es mehrheitlich weiße Menschen wären, die da ertrinken“, schrieb Roth.

Die hierarchische Unterscheidung von Menschen auf Grundlage ethnischer, kultureller oder religiöser Zuschreibungen sei nicht nur dem Extremismus vorbehalten, warnte die Grünen-Politikerin. „Sie findet, oft unterbewußt und niedrigschwellig, in allen Teilen der Gesellschaft statt. Struktureller Rassismus ist Teil der Norm.“

Und genau dies müsse bekämpft werden – mit „antirassistischer“ Aufklärungs- und Präventionsarbeit. „Es braucht dringend mehr Einsatz gegen Haßrede, online wie offline.“ „Struktureller Rassismus“ dürfe nicht kleingeredet werden, sondern die Gesellschaft müsse sich ihm entgegenstellen – „mit selbstkritischem Blick auf unser Verhalten, auf unsere Privilegien“, mahnte Roth. (rk)

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Ein Kommentar

  1. Bernd Sydow schreibt:

    Vom französischen Philosophen Alain de Benoist stammt ein Werk mit dem Titel „Wir und die Anderen“. Er macht darin einen deutlichen Unterschied zwischen der autochthonen und der assimilierten Bevölkerung einerseits und allen nicht-assimilierten Zuwanderern andererseits. Im Denkschema von Claudia Roth wäre Benoists begründeter Unterschied bereits „struktureller Rassismus“. Aber bekanntlich ist „Rassismus“ ein Totschlagbegriff par excellence, mit dem man unerwünschte – für eine politische Partei oft peinliche – Diskussionen über bestimmte gesellschaftliche Themen in der Öffentlichkeit unterdrücken kann.

    Wenn aber dieser angeblich zur Norm gehörende „Strukturelle Rassismus“ – meiner Ansicht nach ein Hirngespinst der Grünen – für viele Menschen (Die Anderen) solch eine schmerzhafte alltägliche Erfahrung ist, stellt sich doch die Frage, weshalb es die große Mehrheit der „Flüchtlinge“ und Migranten aus fremden Kulturen ausgerechnet zu uns nach Deutschland zieht.
    Diese Frage dürften die Grünen allerdings scheuen wie der Teufel das Weihwasser, und zwar um darauf keine Antwort geben zu müssen.

    Post Skriptum: Für unsere deutsche Bevölkerung dürfte es ebenso eine schmerzhafte alltägliche Erfahrung sein, daß ihre gewohnte Lebenswelt immer mehr überfremdet!

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