Ein brisanter Todesfall: Jeffrey Epsteins Tod im Gefängnis kommt vielen nicht ungelegen

11. August 2019
Ein brisanter Todesfall: Jeffrey Epsteins Tod im Gefängnis kommt vielen nicht ungelegen
Kultur & Gesellschaft
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New York. US-Justizminister William Barr hat eine Untersuchung der Todesumstände des wegen Mißbrauchs minderjähriger Mädchen angeklagten Unternehmers Jeffrey Epstein angeordnet. Epstein war nach einem „offenkundigen Suizid“, wie es offiziell heißt, in seiner Zelle in einem Bundesgefängnis in New York leblos aufgefunden worden. „Herrn Epsteins Tod wirft ernste Fragen auf, die beantwortet werden müssen“, sagte Barr. Zusätzlich zu den Ermittlungen der Bundespolizei FBI habe er eine interne Untersuchung des Ministeriums in die Wege geleitet.

Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf einen Gefängnisvertreter, Epstein sei in der Haftanstalt zwar in einer besonderen Einheit mit strengeren Sicherheitsvorkehrungen untergebracht gewesen. Er sei aber nicht unter besonderer Beobachtung wegen möglicher Suizidgefahr gestanden.

Epstein wurde am Samstag gegen 6.30 Uhr Ortszeit (12.30 Uhr MESZ) von Mitarbeitern der Haftanstalt gefunden und in ein Krankenhaus gebracht. Dort sei er schließlich für tot erklärt worden. Das Bundesgefängnis untersteht dem Justizministerium.

Epsteins überraschender Gefängnistod ist von besonderer Brisanz, weil der 1953 geborene Milliardär seit einigen Jahren als Drahtzieher und Mittelpunkt eines weitverzweigten Menschenhändler-Netzwerks gilt, in das zahlreiche Prominente involviert sein dürften, wie ein 2015 aufgefundenes Adreßbuch mit Kontaktadressen Epsteins nahelegt. Tatsache ist, daß Epstein Besitzer einer der „Jungferninseln“ in der Karibik namens Little St. James ist, die als „Orgieninsel“ bekannt wurde, sowie mindestens eine private Boeing 727 besitzt, die als „Lolita-Express“ fungiert haben soll. Auf seiner Insel findet sich neben luxuriösen Unterkünften und Konferenzräumen ein markanter Tempel.

Am 7. Juli 2019 berichtete die US-Netzseite „The Daily Beast“ von der Verhaftung Epsteins in seiner Residenz im New Yorker Stadtteil Manhattan. Ihm wurde der Sexhandel mit Dutzenden Minderjähriger in New York und Florida zwischen 2002 und 2005 vorgeworfen.

Bereits im Mai 2016 wurde berichtet, daß der frühere US-Präsident Bill Clinton allein zwischen 2001 und 2003 den „Lolita-Express“ für Reisen zu mindestens 26 verschiedenen weltweiten Zielen nutzte, wie Fluglogbücher belegen. Es ist naheliegend, daß Epsteins plötzlicher Tod für zahlreiche in sein Sex-Imperium involvierte Prominente eine unerwartete Entlastung bedeutet – US-Justizminister Barr hat mithin gute Gründe, „ernste Fragen“ im Zusammenhang mit dem brisanten Todesfall zu stellen. (mü)

Ein Kommentar

  1. Ali Baba schreibt:

    daß Epsteins plötzlicher Tod für zahlreiche in sein Sex-Imperium involvierte Prominente eine unerwartete Entlastung bedeutet..DARAN KANN MAN NICHT ZWEIFELN,DASS ES WIRKLICH FUER VIELE PERSONEN EIN STEIN VOM HERZEN GEFALLEN IST.

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