Zu wenig Ausbildung, zu wenig Material: Bundeswehrpilot beklagt massive Mängel

8. August 2019
Zu wenig Ausbildung, zu wenig Material: Bundeswehrpilot beklagt massive Mängel
National
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Berlin. Die Bundeswehr wird immer mehr zur Lachnummer. Jetzt hat ein Bundeswehr-Pilot in Ausbildung gegenüber der „Bild-Zeitung“ beklagt, daß es zu wenig Flugpraxis gebe, Fluglehrer und einsatzbereite Fluggeräte fehlten. Das führe zu Fehlern.

Der Pilot wird in der „Bild“-Zeitung mit den Worten zitiert: „Ich konnte 1,5 Jahre nicht fliegen, obwohl ich mitten in der Pilotenausbildung war. Nach so einer langen Durststrecke muß man viele Lerninhalte erst einmal auffrischen.“

Der Pilot begann seine Ausbildung zunächst auf einem Luftwaffenstützpunkt in den USA. Nach zweieinhalb Jahren kam er nach Deutschland zurück, um die Ausbildung zu beenden, heißt es in dem Artikel. Doch in Deutschland angekommen, mußte er 18 Monate warten, bis er wieder mit einer Maschine abheben konnte.

Der Pilot verdeutlicht, daß er kein Einzelfall ist. Die Pilotenausbildung bei der Bundeswehr dauere im Schnitt acht bis neun Jahre. „Wir haben Flugschüler, die sind 34 Jahre alt“, erzählt der Pilot. Und weiter: „Es dauert alles ewig. Lange Flugabstinenz zwischen und während der einzelnen Lehrgänge steht auf der Tagesordnung. In der zivilen Welt geht das viel schneller.“

Die meisten Fluglehrer würden ständig in Einsätze geschickt, deshalb fehlten immer wieder Fluglehrer für die Ausbildung neuer Piloten. Dies habe zur Folge, daß fast niemand von den Piloten in der Ausbildung regelmäßig fliege. Oft flögen sie mehr als einen Monat überhaupt nicht, klagt der Pilot. Dies führe zu vermeidbaren Fehlern – so hätte der kürzliche Absturz in Mecklenburg-Vorpommern, bei dem ein Pilot starb, mit mehr Übung vermieden werden können.

Inzwischen sei die Brisanz der Lage zwar von der Bundeswehrführung und im Verteidigungsministerium erkannt worden, aber nur, weil die Piloten auf die Barrikaden gegangen seien und viele gekündigt hätten, so der Pilot. Im übrigen habe jeder Einzelne seiner Kameraden schon darüber nachgedacht, das Handtuch zu werfen. (se)

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Ein Kommentar

  1. Fernglas schreibt:

    Die Hauptsache ist, dass sich dubiose Beraterfirmen die Taschen vollstopfen können.
    Die Landesverteidigung ist dagegen zweitrangig. In früheren Zeiten wäre solch eine verantwortungslose Handlungsweise als Hochverrat bezeichnet worden und hätte die entsprechenden Konsequenzen nach sich gezogen…

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