Gazprom nimmt zu US-Sanktionen Stellung: „Nord Stream 2 ist nicht zu stoppen“

8. August 2019
Gazprom nimmt zu US-Sanktionen Stellung: „Nord Stream 2 ist nicht zu stoppen“
Wirtschaft
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Die vom Fachausschuß des US-Senats verabschiedeten Sanktionen gegen das Projekt zum Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 werden laut dem Betreiber, der Nord Stream 2 AG, den Bau nicht stoppen. Das erklärte jetzt ein Firmensprecher Medien gegenüber. Das Unternehmen kalkuliere derzeit die US-Initiative in Bezug auf die Sanktionen. Es sei aber noch zu früh, einen möglichen Einfluß dieser Sanktionen auf das Projekt zu kommentieren.

Im übrigen hätten auch Energiekonzerne aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden ihre Bereitschaft bekundet, je eine Milliarde US-Dollar in das Pipelineprojekt zu investieren. Insgesamt arbeiteten über 1.000 Unternehmen aus 25 Ländern daran und hätten vor, „seine Vollendung zu sehen“.

Am Donnerstag hatte der russische Energiekonzern Gazprom mitgeteilt, daß der Bau der Gaspipeline fortgesetzt werde. Bisher seien knapp 1.740 Kilometer der Gasleitung – etwa 71 Prozent der Gesamtlänge – auf dem Ostsee-Boden verlegt worden.

Vorige Woche hatte der außenpolitische Ausschuß des US-Senats mehrheitlich für Sanktionen gegen Nord Stream 2 gestimmt. Konkret vorgesehen sind unter anderem Einreiseverbot in die USA sowie das Einfrieren der Vermögenswerte von Personen, die an Geschäften mit Schiffen zur Verlegung russischer Pipelines beteiligt sind. Vor der endgültigen Entscheidung von US-Präsident Donald Trump soll es noch zwei weitere Abstimmungen geben, unter anderem im Repräsentantenhaus.

Zuletzt hatte sich außer den USA auch Dänemark dem Pipelineprojekt in den Weg gestellt. Experten halten es für denkbar, daß Kopenhagen dadurch versucht, das eigene Konkurrenzprojekt – die Pipeline Baltic Pipe – durchzudrücken, für die erst vor kurzem die Genehmigung erteilt wurde. Die Baltic Pipe soll Gas aus Norwegen über Dänemark nach Polen transportieren und damit die deutsch-russische Gas-Hegemonie unterlaufen. (mü)

 

Bildquelle: Wikimedia/Bair175/CC BY-SA 3.0 (Bildformat bearb.)

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