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Sarrazin wirft SPD Realitätsverweigerung vor: „Es wäre nie zur Gründung der AfD gekommen“

Berlin. Der vom Parteiausschluß bedrohte frühere Berliner SPD-Finanzsenator und Bestsellerautor Thilo Sarrazin will sich trotz Rauswurf-Drohung an der geplanten Mitgliederbefragung zur neuen Parteispitze zu beteiligen. „Ja, natürlich werde ich mitwählen. Ich werde mir vorher die Kandidaten sehr genau anschauen“, sagte Sarrazin jetzt der „Bild“-Zeitung

Im übrigen sei er „verhalten zornig“ über die kürzliche Entscheidung eines Partei-Schiedsgerichts, das für seinen Parteiausschluß plädiert. Die Entscheidung zeige, daß sich die Partei einer islamkritischen Diskussion verschließe. Durch seinen Parteiausschluß würden auch „viele andere in der SPD und in der Gesellschaft mundtot gemacht“ werden, fügte Sarrazin hinzu.

In der Begründung des Urteils des Schiedsgerichts hieß es, Sarrazin habe der Partei „schweren Schaden“ zugefügt. Er habe mit seinen islamkritischen Thesen „erheblich gegen die Grundsätze der Partei verstoßen“.

Dem widerspricht Sarrazin. „Geschadet hat der SPD, daß sie sich vor Problemen versteckt. Und das schadet ihr bis heute.“ Bereits in seinem 2010 erschienenen Buch habe er vor den nun eingetretenen Gefahren für die Partei gewarnt. „Wäre die SPD damals auf meine Warnungen inhaltlich eingegangen, wäre es wohl nie zur Gründung der AfD gekommen. Und die SPD wäre immer noch die größte Arbeiterpartei Deutschlands.“ (mü)