Rußland und die Neue Seidenstraße: Moskau macht weg für transeurasische Autobahn frei

20. Juli 2019
Rußland und die Neue Seidenstraße: Moskau macht weg für transeurasische Autobahn frei
Wirtschaft
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Moskau. Der russische Premierminister Medwedew hat den Bau einer neuen Autobahn durch Rußland genehmigt, die die Frachtlieferrouten künftig deutlich verkürzen soll. Das Projekt soll rund 9,5 Milliarden US-Dollar kosten.

Das ehrgeizige Infrastrukturprojekt, über das russische Medien unter dem Motto „Meridian-Autobahn“ berichten, soll sich über 2.000 Kilometer von der weißrussischen Grenze bis zur Grenze zu Kasachstan erstrecken und Teil der schnellsten LKW-Strecken zwischen China und Europa werden.

Das Autobahn-Projekt wird laut den Planungen mit rund 600 Milliarden Rubel (ungefähr 9,5 Milliarden US-Dollar) zu Buche schlagen. Der Betreiber des Projekts hat bereits rund 80 Prozent des für die Errichtung der Trasse erforderlichen Baugrundes angekauft.

Bei der Finanzierung des Projekts werden neue Wege beschritten: während der Bau selbst komplett auf Investoren-Mittel angewiesen ist, ohne Geld aus dem russischen Haushalt zu erhalten, hat sich die russische Regierung verpflichtet, die Gewinnung neuer Investitionen für das Projekt – auch aus China – zu unterstützen. Die Investoren wollen jedoch, daß die russische Regierung Mindesteinnahmen der Investoren von rund 550 Millionen Dollar sicherstellt und nicht-kommerzielle politische Risiken, die zum Beispiel aus Schließungen von Staatsgrenzen erwachsen können, abdeckt.

Die Mauteinnahmen für Lkw und Pkw sowie die Kapazität der Autobahn lassen erwarten, daß das Projekt nach zwölf Jahren profitabel ist.

Die Meridian-Autobahn ist Bestandteil des ambitionierten chinesischen Seidenstraßen-Projekts, das von Moskau unterstützt wird. Im April besuchte der russische Präsident Putin China und nahm am zweiten Belt and Road Forum for International Cooperation teil. Dort unterstrich er, daß die chinesische Initiative die „konstruktive Zusammenarbeit“ der eurasischen Staaten stärken, eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und ein Wirtschaftswachstum in der Region sicherstellen werde. (mü)

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