Assange droht lebenslänglich: USA stellen Auslieferungsgesuch

17. Juni 2019
Assange droht lebenslänglich: USA stellen Auslieferungsgesuch
International
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Washington. Jetzt ist es offiziell: die USA haben in Großbritannien ein formelles Auslieferungsgesuch für WikiLeaks-Gründer Julian Assange gestellt. Ihm würden in den USA unter anderem Verstöße gegen Spionagegesetze vorgeworfen, teilte das Londoner Innenministerium mit. Die US-Justiz wird am Freitag nach Angaben der Enthüllungsplattform ihre Beweismittel gegen den in London inhaftierten WikiLeaks-Gründer vorlegen. Damit solle bei der Anhörung vor dem Gericht in Westminster der Auslieferungsantrag der USA untermauert werden, sagte Wikileaks-Chefredakteur Hrafnsson in London.

An dem Gerichtstermin am Freitag wird Assange offenbar nicht teilnehmen. Der 47jährige Australier werde möglicherweise vom Gefängnis aus per Video zugeschaltet, sagte Hrafnsson. Bei dem Termin am Freitag werde es vor allem um Verfahrensfragen gehen, die erste inhaltliche Auseinandersetzung sei erst Wochen oder gar Monate später zu erwarten, fügte der Wikileaks-Chefredakteur hinzu. Bis dahin bleibt Assange selbstverständlich in Haft.

Da sich der Gesundheitszustand des Dissidenten verschlechterte, wurde er inzwischen auf die Krankenstation des Belmarsh-Gefängnisses verlegt. Dort erhielt er nach Informationen der britischen Nachrichtenagentur Press Association am Dienstag Besuch von seinem Vater und dem chinesischen Dissidenten Ai Weiwei.

Derzeit sitzt Assange eine fast einjährige Gefängnisstrafe ab, zu der er Anfang Mai wegen Verstoßes gegen die Auflagen seiner Kaution verurteilt worden war. Sollte er in allen 18 Anklagepunkten, die ihm in den USA zur Last gelegt werden, für schuldig befunden werden, könnten ihm bis zu 175 Jahre Gefängnis drohen. Der WikiLeaks-Gründer hatte angekündigt, sich dagegen mit allen juristischen Mitteln wehren zu wollen. (mü)

 

Bildquelle: flickr/Espen Moe/CC BY 2.0

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Ein Kommentar

  1. Harald Uhlig schreibt:

    Wer die Amis entlarvt wird gequält bis zum bitteren Ende, es sei denn, er kann bei den Russen Asyl bekommen. So demokratisch ist die freie westliche Welt.
    Man muss Assange nicht mögen, aber er hat nichts weiter getan als die Wahrheit ans Licht gebracht. Er müsste von rechts bis links Unterstützung bekommen, von den freiheitlichen Journalisten sowieso. Aber er wird von allen Etablierten im Stich gelassen.

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