Tschechischer SPD-Politiker: Rußland „bedroht“ den Westen durch Tradition und Patriotismus

5. Juni 2019
Tschechischer SPD-Politiker: Rußland „bedroht“ den Westen durch Tradition und Patriotismus
International
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Prag. Mit einer originellen Äußerung über die angebliche russische „Bedrohung“ hat der tschechische Politiker Jiří Kobza von sich reden gemacht. Im Nachrichtenportal „Parlamentní Listy“ (Parlaments-Blätter) schrieb der Politiker, der der rechtspopulistischen Partei „Freiheit und direkte Demokratie“ (SPD) unter Tomio Okamura angehört, Rußland habe tatsächlich etwas, was seine westlichen Nachbarn beunruhigt: Tradition und Patriotismus.

Rußland stehe damit für eine in der EU verhaßte Ideologie ein – für die Aufrechterhaltung von Traditionen und die Ablehnung des Einflusses der sogenannten „Zivilgesellschaft“ auf politische Ereignisse. Die Russen respektieren und pflegen in den Augen Kobzas ihre nationalen Traditionen und bringen auch ihren Kindern bei, diese zu achten. Patriotismus werde als Tugend und nicht als etwas Bedrohliches angesehen.

Auch der radikale Feminismus und „verrückte Genderismus“ finde bei den Russen keinen Anklang. Frauen hätten dort dieselben Rechte wie Männer, aber niemand versuche zu bestreiten, daß sich Frauen von Männern unterscheiden. Rußland habe es sich zudem erlaubt, auf die „Propaganda von seltsamen Minderheiten“  zu verzichten.

„Das sind alles Werte, die bei uns 30 Jahre lang unterschätzt und vergessen wurden“, schreibt Kobza, der Abgeordneter der SPD im tschechischen Parlament ist. Er macht auch eine bemerkenswerte Feststellung über die Rolle des Islam in Rußland – knapp ein Drittel der Bevölkerung Rußlands seien Muslime, weshalb es in Rußland traditionell Respekt gegenüber dem Islam gebe. Doch gleichzeitig werde dessen Expansion im Zaum gehalten.

Alles in allem bedrohe Moskau die EU also nicht mit seiner Militärmacht, sondern mit gesundem Menschenverstand, mit seinem Respekt für die eigene Geschichte und Vorfahren. Deshalb fordere man im Westen immer wieder neue Sanktionen gegen Rußland. Und diejenigen, die es wagten, diese antirussische Propaganda zu kritisieren, würden sofort als Putins Agenten denunziert, betont der Tscheche.

Die Antwort auf die Frage, ob man Rußland fürchten müsse, könne mithin verschieden ausfallen: Patrioten und Verfechter von Traditionen hätten beispielsweise keine Angst vor Rußland. (mü)

 

Bildquelle: xusenru/pixabay

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