UNO-Sonderberichterstatter: Assange war jahrelang psychologischer Folter ausgesetzt

4. Juni 2019
UNO-Sonderberichterstatter: Assange war jahrelang psychologischer Folter ausgesetzt
International
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London. Neues über WikiLeaks-Gründer Julian Assange, der im April von der britischen Polizei nach jahrelangem Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London festgenommen wurde: nach Ansicht eines UNO-Sonderberichterstatters war Assange über Jahre hinweg psychologischer Folter ausgesetzt. Er weise alle entsprechenden Symptome auf, „dazu gehören extremer Streß, chronische Angst und ein schweres psychologisches Trauma“, sagte Nils Melzer, Sonderberichterstatter zum Thema Folter, laut einer Mitteilung.

„Es ist offensichtlich, daß die Gesundheit von Herrn Assange ernsthaft durch das extrem feindselige und willkürliche Umfeld der vergangenen Jahre beeinträchtigt wurde“, so Melzer. Er hatte Assange am 9. Mai gemeinsam mit Medizinern in einem Gefängnis in London besucht.

Die USA werfen Assange Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vor und haben offiziell einen Auslieferungsantrag gestellt. Assange soll sich mit Manning verbündet haben, um ein Paßwort eines Computernetzwerks der Regierung zu knacken. Manning hatte WikiLeaks 2010 – damals noch als Bradley Manning – Hunderttausende geheime Militärdokumente zukommen lassen.

Auch in Schweden soll Assange juristisch zur Strecke gebracht werden. Die Staatsanwaltschaft hatte dort im Mai 2017 ihre Ermittlungen wegen einer angeblichen Vergewaltigung durch Assange zwar eingestellt, die Anwältin der Frau, die Assange beschuldigt, hat aber die Wiederaufnahme beantragt. Inzwischen hat die schwedische Staatsanwaltschaft einen neuen Haftbefehl gegen den 47jährigen beantragt. (mü)

 

Bildquelle: flickr/Espen Moe/CC BY 2.0

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