USA schießen weiter gegen Nord Stream 2: Senatoren bringen Sanktionsgesetz auf den Weg

20. Mai 2019
USA schießen weiter gegen Nord Stream 2: Senatoren bringen Sanktionsgesetz auf den Weg
Wirtschaft
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Washington. Die USA meinen es offenbar ernst und wühlen weiter gegen die russisch-deutsche Gaspipeline Nord Stream 2. Jetzt schlugen mehrere US-Senatoren ein Gesetz zur Verhängung von Reise- und Finanzsanktionen gegen Unternehmen und Einzelpersonen vor, die am Bau der Pipeline beteiligt sind.

Bis das von den Republikanern Ted Cruz, John Barrasso und Tom Cotton sowie der Demokratin Jeanne Shaheen eingebrachte Gesetz in Kraft treten kann, müssen allerdings noch einige Hürden genommen werden. So müßte es zunächst von beiden Kammern angenommen und dann von US-Präsident Trump unterzeichnet werden.

Beobachter halten das aber für eine reine Formsache. Denn in führenden US-Kreisen quer durch alle Institutionen und über die politischen Lager hinweg wird seit langem kräftig gegen das Pipelineprojekt, das bereits Ende 2019 Gas von Rußland nach Deutschland liefern soll, geschossen. Nach Auffassung der US-Regierung macht sich Europa zu sehr abhängig von russischen Energielieferungen. Allerdings ist es ein offenes Geheimnis, daß es Washington nicht um die Energieabhängigkeit der Europäer geht, sondern um neue Absatzmöglichkeiten für eigenes – teures und umweltschädliches – Fracking-Gas.

Zuletzt hatte der US-Botschafter in Deutschland die Bundesregierung nach Gutsherrenart aufgefordert, ihre Unterstützung für die im Bau befindliche Ostsee-Pipeline einzustellen. Später drohte er in Schreiben an deutsche Unternehmen gar mit einem „erheblichen Sanktionsrisiko“ für diejenigen, die am Bau von Nord Stream 2 beteiligt sind. (mü)

 

Bildquelle: Wikimedia/Bair175/CC BY-SA 3.0 (Bildformat bearb.)

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4 Comments

  1. Pack schreibt:

    Souverenität pur!
    Fragt sich nur bei wem!

  2. Schauerte schreibt:

    Warum arbeiten wir nicht stärker mit Russland zusammen? Ich empfehle nur die Bücher von Scholl-Latour

  3. Eidgenosse schreibt:

    Diese Welt kann nur eine Spur Freiheit finden, wenn der US Hegemon zerbricht. Leider macht die EU als US-Fussabtreter nicht mit. Bin mit Bannon nicht einverstanden – nur Russland und China zusammen können den US Hegemon stoppen. Falls Bannon irgendeinen Plan hat wie er Deep State in US wegbekommt – bitte sehr, allerdings habe ich davon nichts gehört. Solange der USD gestützt wird und der € aus verständlichen Gründen schwach ist ändert sich nichts. Die USA müssen früher oder später an ihrem Schuldenturm zerbrechen – anders geht es nicht.

  4. Ronald Wilczynski schreibt:

    Sollten die USA Sanktionen gegen Deutsche Unternehmen verhängen, die an Nord Stream 2 beteiligt sind, sollten ebensolche Gegenmassnahmen gegen US-Unternehmen verhängt werden, Einfuhrzölle, Importverbote, etc….
    Deutschland muss endlich aus seiner Rolle als Fussabtreter des amerikanischen Deep State aufgeben! Mit ALLEN Mitteln!

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