Fünf Jahre nach dem Massaker von Odessa: UN kritisieren ineffiziente Ermittlungen

5. Mai 2019
Fünf Jahre nach dem Massaker von Odessa: UN kritisieren ineffiziente Ermittlungen
International
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New York/Kiew. Fünf Jahre nach dem Massaker im Gewerkschaftshaus im ukrainischen Odessa sind die Schuldigen immer noch nicht gefunden, und es gibt kaum verwertbare juristische Ermittlungsergebnisse. Das haben jetzt auch die Vereinten Nationen kritisiert. Die UN-Beobachtermission für Menschenrechte in der Ukraine hält die Ermittlungen der ukrainischen Strafverfolgungsbehörden zu den Ereignissen vom 2. Mai 2014 alles in allem für ineffektiv. Dies teilte die Leiterin der Mission, Fiona Fraser, mit.

„Die Ermittlungen der Polizei bezüglich der Ausschreitungen waren selektiv und voreingenommen“, zitiert die Nachrichtenagentur „Ukrainian News“ Fraser. Ihrer Meinung nach sind fünf der sechs Morde am 2. Mai 2014 im Zentrum von Odessa sowie der Tod von 42 Menschen bei dem Brand im Gewerkschaftshaus nicht untersucht worden.

„Die Ineffektivität der Ermittlungen und die mangelnde Verantwortung spiegeln die Unvollkommenheit der Justiz in der Ukraine wider“, sagte die Leiterin der UN-Mission. Sie erinnerte auch daran, daß eine Reihe von Aktivisten systematisch die Gerichtsverhandlungen im Anschluß an die Tragödie gestört hätten.

Am 2. Mai 2014 hatte eine Aktion von „Antimaidan“-Aktivisten in Odessa mit einer Tragödie geendet, als Mitglieder des „Rechten Sektors“ und Fußball-„Ultras“ gegen die Aktionsteilnehmer vorgingen. Dutzende „Antimaidan“-Teilnehmer kamen bei einem Brand im Gewerkschaftshaus, in dem sie Schutz gesucht hatten, ums Leben. Nach offiziellen Angaben wurden rund 50 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt. Andere Berichte gehen von rund 140 Toten aus. Die Täter konnten bis heute nicht ausfindig gemacht oder bestraft werden. Internationale Organisationen kritisierten dies in den letzten Jahren wiederholt, allerdings ohne Erfolg. (mü)

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