Österreichs Kanzler Kurz bei Trump: Eine „ultrarechte Verschwörung“?

13. Februar 2019
Österreichs Kanzler Kurz bei Trump: Eine „ultrarechte Verschwörung“?
International
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Wien/Washington. Am 20. Februar will US-Präsident Trump in Washington mit dem österreichischen Bundeskanzler Kurz zusammentreffen. Prompt wittern Gutmenschen eine „rechte“ Verschwörung – diesen Verdacht äußerte jetzt im Vorfeld des Kurz-Besuches der „Trump-Kenner“ Cay Johnston in einem Gespräch mit der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Er argwöhnt, daß die Kurz-Visite auf Initiative „ultrarechter Berater“ zustandegekommen sei, die gemeinsame Sache mit Europas Rechtspopulisten machen wollen. Johnston wörtlich: „Trump trifft Kurz, weil Leute in seinem Stab Trump gesagt haben, daß er ihn treffen muß. Das ist nicht Donald, er hat keine Ahnung von der Welt der Politik.“

Das Treffen komme wegen „der Politik der derzeitigen österreichischen Regierung“ zustande, erläutert der kritische Trump-Biograph („Die Akte Trump“) und phantasiert: „Die derzeitige österreichische Regierung verfolgt eine Politik, die die ‚White Supremacists‘ (Vertreter einer Vorherrschaft der weißen Rasse, Anm.) im Weißen Haus lieber mögen, als wenn ihr eine liberalere Regierung hättet.“ Diese Leute hätten eine „klare Agenda“, indem sie in der FPÖ oder der ungarischen Regierungspartei Fidesz Bündnispartner sähen, „um die Bürgerrechtsbewegung rückgängig zu machen“.

Kurz wiederum wolle sich mit dem Treffen als „der Mann der Mitte“ zwischen Rußland und den USA positionieren, der sich für ein gutes Auskommen der beiden „Monster“ einsetze. „Das würde sehr gut für ihn aussehen“, sagte Johnston. Für Kurz und Trump gehe es bei dem Treffen somit um dasselbe, nämlich „die Beziehung mit der eigenen Basis stärken“. Kurz wird am 20. Februar im Weißen Haus empfangen, als erster österreichischer Regierungschef seit 13 Jahren. (mü)

 

Bildquelle: Wikimedia/Matt H. Wade @thatmattwade/CC BY-SA 3.0 (Bildformat bearbeitet)

2 Comments

  1. Claus schreibt:

    Warum lädt der Kurz nicht den Orban oder den Salvini ein mitzukommen 🙂
    Das wäre ne Gaudi. In Brüssel, sicher auch in Berlin, würden sie wahrscheinlich im Dreick springen.

  2. Bernd Sydow schreibt:

    Ehrlich gesagt, das unausgegorene Geschwafel des Herrn Johnston über das Treffen des österreichischen Bundeskanzlers mit dem US-amerikanischen Präsidenten im Weißen Haus ist mir völlig egal!

    Bundeskanzler Kurz traue ich zu, wenn schon keine Verständigung zwischen Trump und Putin respektive deren Regierungen zu bewirken, dann aber doch Trump zu überzeugen, daß EU-Europa nicht auf allen Politikfeldern – insbesondere dem Energiesektor mit Iran und Rußland – eine USA-genehme Politik betreiben kann, will es seine Eigeninteressen nicht völlig ignorieren.

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