„Gelbwesten“ protestieren weiter: Wieder Ausschreitungen in mehreren französischen Städten

9. Januar 2019
„Gelbwesten“ protestieren weiter: Wieder Ausschreitungen in mehreren französischen Städten
International
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Paris. Auch im neuen Jahr gibt es keine Hoffnung darauf, daß die „Gelbwesten“-Protestbewegung in Frankreich abflaut. Auch an diesem Wochenende gab es in Paris und anderen Städten des Landes wieder gewalttätige Zusammenstöße mit der Polizei. Die Proteste gerieten mancherorts außer Kontrolle – das Zentrum der Stadt Caen in der Normandie etwa glich einem Schlachtfeld. Landesweit gingen rund 50.000 Menschen auf die Straßen.

In Paris stürmten „Gelbwesten“ den Amtssitz von Regierungssprecher Griveaux. Mehrere Protestler und Schwarzgekleidete drangen in die gesicherte Anlage ein und randalierten im Innenhof, wie Griveaux mitteilte. Er selbst wurde in Sicherheit gebracht.

In Paris wurden außerdem in der Nähe des Rathauses Flaschen und Steine in Richtung von Polizisten geworfen. Die Polizei setzte Tränengas ein und wurde später durch Bereitschaftspolizisten verstärkt. Spezialeinheiten der Polizei blockierten Brücken über die Seine. Nach dem Vorfall setzten die Demonstranten ihren Protestmarsch vom Rathaus bis zum Parlament fort. Vor dem Sitz der Nachrichtenagentur AFP hatten sich zuvor mehr als tausend „Gelbwesten“ versammelt. Bei der etwa halbstündigen Kundgebung machten sie ihrem Ärger gegen die Regierung von Präsident Macron sowie gegen gegen die Medienberichterstattung Luft – mainstreamige Lügenmedien sind auch in Frankreich tonangebend.

Bis zum Nachmittag hätten sich in Paris rund 3500 Menschen an den Protesten beteiligt, zitierte der französische Sender BFMTV Polizeiquellen. Bilder zeigten brennende Mistkübel und auch Autos, ein Restaurant auf einem Seine-Boot fing ebenfalls Feuer. Ein Polizist sei verletzt worden, als ein Fahrrad auf ihn geworfen wurde, hieß es.

Ursprünglich hatte sich die Bewegung gegen hohe Spritpreise und die geplante Ökosteuer auf Diesel gerichtet. Später mischte sich in den Protest allgemeiner Unmut über die Politik der Macron-Regierung. Außerdem fordern die „Gelbwesten“ Steuersenkungen, Volksabstimmungen nach schweizerischem Vorbild sowie den Rücktritt Macrons. (mü)

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