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US-Deutschlandpolitik nach Kolonialherrenmanier: Botschafter fordert erneut Baustopp für Nord Stream 2

Washington/Berlin. Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat die Bundesregierung erneut aufgefordert, ihre Unterstützung für die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 einzustellen. Seine Forderung begründet er mit Sorgen um die Souveränität der Ukraine.

Es ist schon der zweite diesbezügliche Aufruf Grenells. In einem Gastbeitrag für die „Rheinische Post“ schrieb er jetzt, das deutsch-russische Pipelineprojekt sei „ein dreister Versuch der russischen Regierung, den Würgegriff zu verstärken, in dem es die Energieversorgung der europäischen Verbündeten und Partner hält, während sie gleichzeitig ihre Kampagne zur Untergrabung der Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine fortsetzt“. Grenell verweist außerdem – ohne jeden Beweis – darauf, die USA seien sich mit Deutschen aus dem gesamten politischen Spektrum darin einig, daß Moskau die Verantwortung für die jüngste Eskalation in der Straße von Kertsch trage.

Grenells unverhohlene Einmischung in die Berliner Energie- und Außenpolitik steht im engeren Kontext einer anhaltenden US-Kampagne, die auf eine Torpedierung des Pipelineprojekts abzielt. Erst Anfang Dezember hatte der US-Kongreß eine Resolution verabschiedet, in der die USA EU-Länder ermahnen und deren Unternehmen im Falle der Zuwiderhandlung mit potentiellen Strafen drohen. Wenig später verabschiedete auch das EU-Parlament eine Resolution zur Assoziierung mit der Ukraine, die unter anderem zum Baustopp der Pipeline aufruft. (mü)

 

Bildquelle: Wikimedia/Bair175/CC BY-SA 3.0 (Bildformat bearb.)