Spanien: Bei Regionalwahlen in Andalusien zieht erstmalig die rechte Partei Vox ins Parlament ein

4. Dezember 2018
Spanien: Bei Regionalwahlen in Andalusien zieht erstmalig die rechte Partei Vox ins Parlament ein
International
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Sevilla. „Erstmals hat die spanische rechtspopulistische Partei Vox den Einzug in das Regionalparlament in Andalusien geschafft. Die fremdenfeindliche Partei holte bei den Wahlen am Sonntag nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen zwölf der 109 Sitze und bescherte damit den rechten Parteien insgesamt eine Mehrheit. Andalusien ist seit Jahrzehnten eine Hochburg der Sozialistischen Arbeiterpartei Spaniens (PSOE), die Wahl galt als Stimmungstest für die sozialistische Regierung um Pedro Sánchez in Madrid“, faßt die F.A.Z. den Wahlausgang vom Sonntag zusammen.

Die PSOE ist zwar weiterhin stärkste Kraft (28%), verlor aber sieben Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Wahl. Hinter ihr landete mit 26 Sitzen die bürgerlich-christdemokratische Partido Popular (PP), gefolgt von den Mitte-Rechts-Liberalen der Ciudadanos (deutsch: Bürger; ähnlich den Freien Wählern), die mit 21 Sitzen drittstärkste Kraft wurden. Die linkspopulistische Partei Podemos gewann mit ihrem regionalen Ableger Adelante Andalucia 17 Sitze und landete damit knapp vor der rechtspopulistischen Vox-Partei.

„Es ist das erste Mal seit der Wiedereinführung der Demokratie in Spanien nach dem Tod des Diktators Francisco Franco 1975, daß eine ultrarechte Partei in ein spanisches Regionalparlament einzieht. Vox holte deutlich mehr Stimmen als erwartet. Umfragen hatten der Partei höchstens fünf Sitze vorhergesagt“, so die F.A.Z. weiter über dieses freudig stimmende Wahlergebnis. Die Regierungsbildung wird nicht einfach, Vox könnte das berühmte Zünglein an der Waage werden. (se)

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