Brasiliens Präsident Bolsonaro ruft zum Kampf gegen Gender-Fragen, Sexualunterricht und linksliberale Umerziehung auf

30. November 2018
Brasiliens Präsident Bolsonaro ruft zum Kampf gegen Gender-Fragen, Sexualunterricht und linksliberale Umerziehung auf
International
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Brasilia. Die Initiative „neutrale Schule“ von Brasiliens designiertem Präsidenten Jair Bolsonaro will die Schulen des Landes von linken Ideologien befreien. Gender-Fragen und Sexualunterricht sollen vom Stundenplan verschwinden, die Zeit der Militärregierung sachlich und objektiv dargestellt werden. Linksliberale Umerziehung soll ein Ende haben.

„Mein Rat an alle Kids in Brasilien: Laßt uns filmen, was in Euren Klassenzimmern passiert und es veröffentlichen. Eure Eltern und alle guten Menschen Brasiliens haben ein Recht zu erfahren, was diese angeblichen Lehrer Euch antun. Herzlichen Glückwunsch für diese Initiative – ich bezweifle, daß die Lehrer sich trauen, Euch anzuzeigen“, ruft der brasilianische Präsident in einem Handyvideo auf.

Allerdings muß der Kongreß der Initiative noch zustimmen. Dennoch hat es der künftige Präsident bereits als Chefsache geplant. Die von ihm bekämpften Ideologien tarnen sich, so Bolsonaro, als Kulturmarxismus, der mit den Themen Gender, sexuelle Aufklärung und progressive Kunst die traditionellen Familienwerte zerstört will.

Damit ist er nicht alleine, zahlreiche Kritiker der umstrittenen Themen bringen die gleichen Punkte vor. Seit Monaten wird auch entsprechend im brasilianischen Parlament diskutiert. Gemäß der Initiative soll beispielsweise eine Warntafel mit sechs Grundregeln in den Klassenzimmern angebracht werden, laut denen es etwa dem Lehrer untersagt ist, einseitig seine politischen Ansichten zu äußern. Gründe für die Initiative gibt es genug.

So tauchte etwa in den sozialen Netzwerken ein Video auf, in dem ein Lehrer vor seiner Klasse Bolsonaro mit Hitler verglich. Damit dürfte bald Schluß sein: Brasiliens zukünftiger Bildungsminister Ricardo Vélez  hat bereits angekündigt, die Lehrpläne umarbeiten zu lassen. Er werde „Brasiliens Bildungssystem gegen die ideologische Instrumentalisierung durch einen inhaltsleeren Sozialismus“ verteidigen, erklärte er am vergangenen Freitag. Ähnlich argumentiert auch der künftige Chefdiplomat Ernesto Araújo. Er schrieb in seinem Blog, daß er Brasilien und die Welt von der „Ideologie der Globalisierung“ befreien werde. Denn: „Letztes Ziel der Globalisierung ist die Trennung von Gott und Mensch.“ (tw/se)

Bildquelle: Agência Brasil Fotografias – https://www.flickr.com/photos/fotosagenciabrasil/30796778251/CC BY 2.0

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4 Comments

  1. Matthias Rahrbach schreibt:

    „Gender-Fragen und Sexualunterricht sollen vom Stundenplan verschwinden“

    Dass die Genderideologie verschwinden soll, finde ich gut. Aber der Sexualkundeunterricht generell? Wieso das denn?

    • Эдуард schreibt:

      Als es kein Sexualkundeunterricht gab, waren die Geburtsraten noch in Ordnung. Zu mindestens in so genantem Deutschland. Dann kamen die 68-er, die Köterrasse will es nicht verstehen. Dem Wollenden soll aber kein Unrecht geschehen.

    • Hermann1 schreibt:

      Ich bin jetzt 67. Hatte kein Sex-Unterricht in der Schule.
      Ich bin nicht der Meinung, dass das nicht geschadet hat.
      Die sexuelle Aufklärung war alleinig Aufgabe der Eltern und das sollte auch so bleiben.

  2. Gerald Hornung schreibt:

    Wieder ein Staat mehr, wo die Obrigkeit das sagt und tut, was das Volk mehrheitlich will. Willkommen Brasilien, in der wachsenden Gemeinschaft der volldemokratischen Staaten!

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