Haß über den Tod hinaus: Sozialisten wollen Francos Umbettung verhindern

3. November 2018
Haß über den Tod hinaus: Sozialisten wollen Francos Umbettung verhindern
International
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Die neue sozialistische Regierung Spaniens verfolgt den früheren „Generalissimo“ Francisco Franco noch über den Tod hinaus mit ihrem Haß. Jetzt will sie verhindern, daß Franco in der Madrider Hauptstadt-Kathedrale eine neue ewige Ruhestätte findet, nachdem sie bereits verfügt hat, daß sein bisheriges Grab im Valle de los caídos aufgelöst und in eine politisch korrekte Gedenkstätte umgewandelt wird.

Spaniens stellvertretende Regierungschefin Carmen Calvo stellte nun klar, der Leichnam Francos werde auf keinen Fall in der Madrider Almudena-Kathedrale bestattet.

Zuvor hatte sich die Familie des ehemaligen Diktators vehement gegen die für November geplante Exhumierung gestellt, hatte allerdings dann Gespräche unter der Voraussetzung akzeptiert, daß die sterblichen Überreste in der Krypta der Hauptstadt-Kathedrale beigesetzt würden.

Die Regierung argumentiert nun, sie habe die Pflicht, einen Ort für die sterblichen Überreste Francos zu finden, an dem nicht erneut ein Ehrenkult für den Diktator entstehen könne.

Die erst seit Juni regierenden Sozialisten von Ministerpräsident Pedro Sanchez (PSOE) hatten als eine ihrer ersten Regierungsmaßnahmen beschlossen, die Überreste Francos aus dem „Tal der Gefallenen“ in den Madrider Bergen zu entfernen, damit das Mausoleum aufhöre, ein Pilgerort für spanische Postfaschisten zu sein.

Vize-Regierungschefin Carmen Calvo erklärte, daß im Prinzip die Kirche das letzte Wort habe, wo die Familie Franco den Leichnam „in Würde“ beerdigen könne, aber die Regierung über „Mechanismen“ verfüge, einen Ort, an dem es zu einem Franco-Kult kommen könnte, zu verhindern. In diesem Zusammenhang könne ihre Regierung auch auf die Zusammenarbeit mit der Katholischen Kirche zählen, so Calvo, die sich dieser Tage im Vatikan mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zu Gesprächen traf. Parolin habe ihr versichert, eine Lösung für das Problem zu finden. Die Kirche werde sich der Exhumierung nicht entgegenstellen und eine auch für die Regierung tragbare und mit den spanischen Gesetzen vereinbare Lösung für die neue Ruhestätte suchen. (mü)

 

Bildquelle: Wikimedia/SanchoPanzaXXI/CC BY-SA 4.0

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