- ZUERST! - http://zuerst.de -

Wegen INF-Kündigung und US-Aggression: Rußland räumt Kriegsvorbereitungen ein

New York/Moskau. Nicht nur führende US-Strategen wie der ehemalige US-Oberbefehlshaber in Europa, Hodges, sehen die Gefahr eines großen Krieges größer werden. Jetzt hat auch der russische Diplomat Andrey Belousow, stellvertretender Direktor der Abteilung für Nichtverbreitung und Rüstungskontrolle im russischen Außenministerium, vor den Vereinten Nationen offiziell eingeräumt, daß sich Rußland auf einen Krieg vorbereite, damit es der fortgesetzten US-Aggression begegnen könne.

Wörtlich sagte Belousow: „Vor kurzem erklärten die USA, daß sich Rußland auf den Krieg vorbereitet. Ja, Rußland bereitet sich auf den Krieg vor, das kann ich bestätigen.“

Allerdings seien sowohl die russischen Rüstungsanstrengungen wie auch großangelegte Militärmanöver, die in den westlichen Medien oft als Kriegsvorbereitungen dargestellt würden, nichts weiter als eine defensive Notwendigkeit. Aber: „Wir bereiten uns darauf vor, unsere Heimat, unsere territoriale Integrität, unsere Prinzipien, unsere Werte und unser Volk zu verteidigen.“

Im Gegensatz zu den USA suche Rußland keine Konfrontation. Belousow verwies in diesem Zusammenhang auf die Entscheidung der USA, aus dem INF-Vertrag auszusteigen: „Warum sonst sollten die Vereinigten Staaten aus dem [INF]-Vertrag aussteigen, ihr Atompotential erhöhen, eine neue Nukleardoktrin annehmen, die die Schwelle für den Einsatz von Atomwaffen senkt – das ist die Frage an uns alle.“

Belousows Ausführungen waren eine Reaktion auf den in der UNO abgelehnten russischen Resolutionsentwurf, den INF-Vertrag zu stärken. Der Entwurf wurde mit großer Mehrheit abgelehnt, unter anderem von Großbritannien, Deutschland, Frankreich und den USA. (mü)