In der Tradition des nationalukrainischen Widerstandes: Ukraine führt „umstrittenen“ Gruß bei Polizei und Armee ein

7. Oktober 2018
In der Tradition des nationalukrainischen Widerstandes: Ukraine führt „umstrittenen“ Gruß bei Polizei und Armee ein
International
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Kiew. Das ukrainische Parlament hat eine als historisch umstritten empfundene Grußformel verpflichtend für Armee und Polizei eingeführt. „Ruhm der Ukraine – Den Helden Ruhm“, lautet der Satz. Das Parlament in Kiew stimmte mit großer Mehrheit für die Änderung.

Den Gruß brachten Nationalisten während der gewaltsamen Proteste in der Ukraine im Winter 2013/14 wieder in Umlauf. Ursprünglich stammt er aus dem Zweiten Weltkrieg von der Organisation Ukrainischer Nationalisten (UON) um Stepan Bandera. Dieser hatte zwischen den Weltkriegen für eine von Sowjetrußland unabhängige Ukraine gekämpft und nach 1941 zeitweise auch mit der Wehrmacht zusammengearbeitet.

Die Führung in Kiew will sich mit dem neuen Gesetz in die Tradition der OUN und der antisowjetischen Partisanen der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) stellen. In Rußland sind beide Organisationen geächtet.

Vor allem Rußland und der mehrheitlich russischsprachige Osten der Ukraine kritisieren die neue Regelung. „Der Ursprung des Spruchs ist die Kopie einer bekannten nationalsozialistischen Begrüßung, die ich nicht wiederholen will“, sagte etwa Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums. (mü)

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3 Comments

  1. Bernd Sydow schreibt:

    Hier erkennt man in aller Deutlichkeit den Unterschied zwischen ukrainischem Patriotismus – den es natürlich auch gibt – und dem aggressiven Nationalismus der ukrainischen Herrschenden, die mit dieser provozierenden Grußformel Öl ins ukrainisch-russische Feuer gießen. Die ukrainischen Patrioten hingegen – wären sie an der Macht – hätten schon längst einen Dialog mit Putins Rußland und den ostukrainischen Separatisten aufgenommen.

    In diesem Kontext muß immer wieder in Erinnerung gerufen werden, daß die Bevölkerung der Ostukraine und der Krim übermehrheitlich russisch geprägt ist und sich „mit dem Herzen“ mehr zu Rußland als zur Ukraine zugehörig fühlt. Die Behauptung, Rußland hätte sich die Krim, die bis in die 60er Jahre russisches Territorium war, gewaltsam – also gegen den Willen der Mehrheitsbevölkerung der Krim – einverleibt, ist blanker Unsinn, und die ostukrainischen Separatisten sind auch nicht aus dem Nichts entstanden.

    Eine gewisse transatlantische Hörigkeit der EU zu USA und Nato hat zur Folge, daß selbige blind ist gegenüber der Einkreisungsstrategie der beiden Letztgenannten zum Nachteil der Russischen Föderation. Und wenn Präsident Putin diese Politik des Westens mit klaren Worten kritisiert und für einen eventuellen Ernstfall an den Grenzen seines Landes militärische Vorsichtsmaßnahmen ergreift, wird er vom US-dominierten Westen – Merkel eingeschlossen und Poroschenko sowieso – als Bedrohender des Weltfriedens hingestellt – also mehr Heuchelei geht nicht!

    • Bernd Sydow schreibt:

      Zugegeben, daß USA und NATO Präsident Putin für einen „Bedrohenden des Weltfriedens“ halten, ist vielleicht etwas übertrieben. Tatsache ist aber, daß der Westen respektive die USA Putin zum Vorwurf machen, auf der Krim, in der Ost-Ukraine und in Assads Syrien eine aktive Rolle gespielt zu haben bzw. immer noch zu spielen, die den Interessen der USA zuwiderläuft.

      Daß Poroschenko und seine korrupte Regierung bestrebt sind, den US-amerikanischen Eskalationsexpreß Richtung Rußland (und Iran) nicht an Fahrt verlieren zu lassen, macht nicht zuletzt diese umstrittene ukrainische Grußformel deutlich.

    • Ali Baba schreibt:

      Separatisten sind auch nicht aus dem Nichts entstanden. “ ABER WORAUS ENTSTAND DIE UKRAINE?!.DAS IST SCHWER ZU SAGEN…DIE FAST RICHTIGE ANTWORT SOLLTE VIELLEICHT LAUTEN; AUS DEM NICHTS. DIE „ECHTEN“ GEBIETE DER UKRAINE IN SPE BILDETEN EINEN ART KREIS UM KIEV IM 16/17 ? JAHRHUNDERT.!!

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