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EU-Rechnungsprüfer: 3,3 Milliarden Euro werden verschwendet oder verschlampt

Brüssel. Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Geld des Steuerzahlers sieht anders aus: der aktuelle Bericht des Europäischen Rechnungshofes offenbart Verschwendung oder unrechtmäßige Ausgabe von EU-Geldern in der stattlichen Höhe von 3,3 Milliarden Euro.

Zwar wird weniger geschlampt und geschummelt als in den Vorjahren, wie aus dem veröffentlichten Kontrollreport hervorging. Die Fehlerquote liegt derzeit bei 2,4 Prozent – gegenüber 3,1 Prozent 2016 und 3,8 Prozent 2015. 3,3 Milliarden Euro an Steuergeldern der EU-Bürger, die entweder verschlampt oder unterschlagen werden, sind gleichwohl eine Riesensumme, weshalb es reiner Schönfärberei gleichkommt, wenn EU-Haushaltskommissar Verheugen bei der Vorstellung seines Berichts erklärte: „Der Bericht belegt, daß wir unser Geld gut verwenden.“

Fehlerquoten von mehr als zwei Prozent müßten als zu hoch angesehen werden, erklärte auch Rechnungshofpräsident Klaus-Heiner Lehne.

Der Großteil des EU-Haushalts geht an den Agrarsektor, dahinter folgen unter anderem regionale Entwicklung und Forschung. Bei Direktzahlungen sowie bei klaren Vergabeverfahren würden weniger Gelder fälschlich verwendet, hieß es vom Rechnungshof. (mü)