Der „Brexit“ als Sicherheitsrisiko: Britische Polizei rechnet mit „verbreiteten Unruhen“

11. September 2018
Der „Brexit“ als Sicherheitsrisiko: Britische Polizei rechnet mit „verbreiteten Unruhen“
International
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London. Die britische Polizei bereitet sich Medienberichten zufolge auf Unruhen im Falle eines EU-Austritts ohne vorherige Verhandlungslösung vor. Befürchtet werde, daß Engpässe bei Lebensmitteln und anderen Gütern zu „verbreiteten Unruhen“ führen könnten, zitiert die „Sunday Times“ aus einem internen Dokument des nationalen Koordinierungszentrums der Polizei. Das Zentrum ist für Einsätze bei Großveranstaltungen und im Falle nationaler Krisen zuständig.

Dem Bericht zufolge fürchten die Sicherheitsexperten im Falle eines harten „Brexit“ Unruhen im Zeitraum von drei Monaten vor bis drei Monate nach dem britischen Ausscheiden aus der EU, das am 29. März kommenden Jahres stattfinden soll.

Eine Vertreterin der oppositionellen Labour-Partei warnte bereits von einem „Alptraum“: Ein Austritt ohne Abkommen mit der EU „würde Großbritannien an den Rand des Abgrunds bringen“, sagte Louise Haigh.

Experten rechnen etwa mit kilometerlangen Staus zu beiden Seiten des Ärmelkanals, den täglich rund 11.500 Lastwagen queren. Nach den Regeln der Welthandelsorganisation WTO müßten die Warenlieferungen kontrolliert und teils mit erheblichen Zollabgaben belegt werden. An den Flughäfen auf beiden Seiten könnten in großem Stil Verbindungen gestrichen werden, weil die rechtliche Grundlage für den grenzüberschreitenden Flugbetrieb über Nacht wegfiele – es sei denn, es kommt noch zur Vereinbarung einer Notfallregelung. Der Chef der nordirischen Polizei, Chief Constable George Hamilton, hat die britische Regierung bereits vor dramatischen Konsequenzen des Brexits für Nordirland gewarnt. (mü)

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