Spanien im „Flüchtlings“-Ansturm: Migranten landen am FKK-Strand

31. Juli 2018
Spanien im „Flüchtlings“-Ansturm: Migranten landen am FKK-Strand
International
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Algeciras. Solche Szenen dürfte es künftig öfter geben: an einem FKK-Strand in Südspanien landeten jetzt mehrere Dutzend „Flüchtlinge“ aus Afrika und stürmten an den verdutzten Badegästen vorbei. Erst kurz zuvor hatte der Bürgermeister von Algeciras, einer Stadt in der Nähe des Strandes, gewarnt, seine Region werde zu einem „neuen Lampedusa“.

Die Gruppe von Migranten war in Marokko losgefahren und hatte die Straße von Gibraltar mit einem Schlauchboot überquert. Schließlich landeten die Männer am Strand „Del Canuelo“ in der Nähe von Tarifa, der am südlichsten gelegenen Stadt des europäischen Festlandes. Ein Schiff der spanischen Küstenwache näherte sich dem Boot kurz vor dem Strand, drehte dann aber ab. Die Männer im Schlauchboot fuhren weiter auf den Strand zu, sprangen auf das Festland und stoben in alle Richtungen davon.

In Tarifa sowie im Hafen von Algeciras kommen seit Tagen zahlreiche „Flüchtlinge“ an ­– allein 1000 waren es in Algeciras in der vergangenen Woche. Der Bürgermeister der Stadt, Jose Ignacio Landaluce, spricht von einer neuen Flüchtlingskrise und warnte, sein Ort werde „das neue Lampedusa“ – in Anspielung auf die italienische Insel, die seit Beginn der „Flüchtlings“krise überrannt wurde.

Tatsächlich hat Spanien unter seiner neuen Linksregierung Italien als bevorzugtes „Flüchtlings“-Zielland in diesem Jahr überholt. Die Zahl der Menschen, die versuchen, mit Booten die nur 15 Kilometer breite Meerenge von Gibraltar zwischen Marokko und Spanien zu durchqueren, ist in den vergangenen Monaten so angestiegen wie sonst nirgendwo – vor allem seit Italien unter seiner neuen Regierung seine Küsten dichtgemacht hat.

Die Migranten-Aufnahmezentren sind nach dem seit Wochen anhaltenden „Flüchtlings“ansturm vollkommen überlastet. Seit Anfang des Jahres wurden in der zu Algeciras gehörenden Provinz Cadiz mehr als 6000 Migranten in der Meerenge von Gibraltar „gerettet“. Allein am Mittwoch wurden 392 Personen in 31 Booten registriert, und am Donnerstag waren 600 Migranten gewaltsam in die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta eingedrungen. (mü)

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Ein Kommentar

  1. Bernd Sydow schreibt:

    Der vom österreichischen Kanzler Kurz wiederholt erhobenen Forderung nach einem besseren Schutz der EU-europäischen Außengrenzen werden alle diejenigen EU-Bürger zustimmen, die ihren gesunden Menschenverstand noch nicht an der Garderobe abgegeben haben. Aber seine mehr als berechtigte Forderung wird dann ins Leere gehen, wenn nicht alle EU-Mitgliedsstaaten mit EU-Außengrenze (dazu gehören im Grunde auch internationale Flughäfen) den politischen Willen haben, diese Grenze – die ebenso ihre Staatsgrenze ist – konsequent und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu schützen (Eine Kette ist bekanntlich nur so stark wie ihr schwächstes Glied!).

    Diesen Willen kann ich beim linksregierten Spanien nicht erkennen (Beispiele: Entfernen der Grenzzaun-Klingen (NATO-Draht) bei den spanischen Exklaven, Zurückweichen der spanischen Küstenwache vor einem Boot mit illegalen Migranten aus Afrika). Und sollte es Frontex irgendwann gelingen, die EU-Außengrenze vor einem neuen „Flüchtlings“-Tsunami wirksam zu schützen – was ich allerdings bezweifele -, kann das doch nur funktionieren mit massiver Unterstützung durch die nationalen Küstenwachen und Grenzpolizeien.

    Aber bis es soweit ist, wird sich nach meiner Einschätzung das christlich-abendländische Europa – frei nach Thilo Sarrazin – längst selber abgeschafft haben!

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