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Sechs Monate Wehrdienst sind zu wenig: FPÖ-Verteidigungsnminister Kunasek will aufstocken

Wien. Während es in Deutschland überhaupt keinen Wehrdienst mehr gibt, denkt der österreichische Verteidigungsminister Kunasek (FPÖ) über eine Verlängerung der Dienstpflicht nach. Zwar ist der Wehrdienst auch in Österreich mit derzeit sechs Monaten sehr kurz. Doch die Verkürzung von acht auf sechs Monaten sei eine „wahltaktische Fehlentscheidung“ des früheren Verteidigungsministers Günther Platter (ÖVP) gewesen, sagte Kunasek jetzt in einem Interview. Der Koalitionspartner ÖVP erteilte der Idee des Ministers allerdings prompt eine Absage.

Kunasek hatte sich bereits in der Vergangenheit für einen längeren – sieben Monate dauernden – Grundwehrdienst ausgesprochen. „Sechs Monate am Stück plus zwei Monate später wären ideal“, erklärte er nun im Interview mit dem Nachrichtenmagazin „profil“. Die Verlängerung könnte mit „Goodies“ kombiniert werden: „So könnte ich mir vorstellen, daß der Sold für die Rekruten von aktuell 320 Euro in Richtung der Mindestsicherung steigt.“

Kunasek will außerdem eine deutliche Erhöhung der Militärausgaben ab 2020 verhandeln. Zuletzt war die Kritik an einem „unhaltbaren Zustand“ des Bundesheeres lauter geworden, Bundespräsident Van der Bellen hatte etwa einen „massiven Investitionsstau“ beklagt. Kunasek betonte nun, daß ein Zurückfahren der Auslandseinsätze für ihn nicht in Frage komme, der teure Assistenzeinsatz der Soldaten an der Grenze müsse weiterlaufen, „bis die EU-Außengrenze sicher“ sei. (mü)

Bildquelle: Wikimedia/Stefan97/CC-BY-SA 4.0