Frontex-Chef: Spanien wird wichtigstes Migranten-Einfallstor nach Europa

8. Juli 2018
Frontex-Chef: Spanien wird wichtigstes Migranten-Einfallstor nach Europa
International
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Warschau. Nach Einschätzung von Frontex-Chef Leggeri verschiebt sich die  Hauptroute für afrikanische Migranten nach Europa derzeit von Italien nach Spanien. „Wenn die Zahlen dort so steigen wie zuletzt, wird sich dieser Weg zum wichtigsten entwickeln“, sagte Leggeri. Kriminelle Netzwerke nutzten die Route über Spanien zudem, um Drogen über die Grenze zu schmuggeln.

Allein im Juni habe Frontex rund 6000 illegale Grenzübertritte nach Spanien gezählt. Etwa die Hälfte dieser Menschen seien Marokkaner, die anderen stammten aus Westafrika. Auch bei Migranten und Schleusern habe sich herumgesprochen, daß die bisherige Route über Libyen schwieriger geworden sei. Im Transitland Niger etwa werde daher seit einigen Monaten angeboten, statt über Libyen über Marokko den Weg nach Europa zu suchen.

Auf dieser Route schleusten kriminelle Netzwerke nicht nur Migranten, sondern versuchten, mit deren Hilfe auch Drogen im großen Stil zu schmuggeln. Fast die Hälfte aller Rauschgiftfunde von Frontex an den EU-Außengrenzen seien in Marokko und Spanien gemacht worden – rund 65 Tonnen.

Leggeri sprach sich dafür aus, die Pläne für internationale Unterkünfte in Afrika voranzutreiben, damit niemand mehr davon ausgehen könne, daß er nach seiner Rettung nach Europa gebracht werde. „Wenn es diesen Automatismus nicht mehr gibt, können wir das kriminelle Geschäftsmodell erfolgreich bekämpfen.“

Die EU hat sich bei ihrem jüngsten Gipfeltreffen letzte Woche – formell – auf eine Verschärfung ihrer Asylpolitik geeinigt. Künftig sollen demnach gerettete Boots„flüchtlinge“ in zentralen Sammellagern in der EU untergebracht werden. Ähnliche Lager in Nordafrika werden geprüft. (mü)

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Ein Kommentar

  1. Sack schreibt:

    Zur Motivation kann man vom deutschen Kindergeld fabulieren. Wer ist also schuld an den vielen Toten?

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