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Türkische Gemeinde in Deutschland fordert mehr Wahlrechte und leichteren Weg zur Staatsbürgerschaft

Vor einer pauschalen Verurteilung der Türken in Deutschland als Anti-Demokraten warnte der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Sofuoglu, im „Deutschlandfunk“. Hintergrund ist der Umstand, daß zwei Drittel (rund 66 Prozent) der in Deutschland wahlberechtigten Türken für den umstrittenen türkischen Präsidenten Erdogan votierten, was deutlich mehr Prozentpunkte als in der Türkei (52,5 Prozent) waren.

Laut Sofuoglu gehe es vielen der Erdogan-Wähler in Deutschland gar nicht darum, was genau sie wählen, sondern vielmehr darum, überhaupt wählen zu können. Daher müsse der Weg zur politischen Mitbestimmung der hier lebenden Türken geöffnet werden, etwa durch ein Wahlrecht auf Bundes- und Landesebene sowie in den Kommunen. Laut ihm müsse auch der Weg zur deutschen Staatsbürgerschaft verkürzt werden. Er sieht sowohl die Politik als auch Migrantenorganisationen und Medien in der Pflicht. (tw)