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Gewalteskalation an Berliner Spreewald-Schule: Schulleiterin verbarrikadiert sich aus Angst vor gewalttätigem Vater

Berlin. Die Spreewald-Schule in Berlin-Schöneberg steht erneut in den Schlagzeilen. Nach dem Abzug eines Wachschutzes, der bereits in der Vergangenheit notwendig wurde, wächst die Gefahrenlage wieder dramatisch an. Erst am vergangenen Mittwoch mußte sich die Schulleiterin aufgrund eines befürchteten gewalttätigen Übergriffes eines Vaters mit mehreren Mitarbeitern und Kindern bis zum Abend im Schulgebäude einschließen.

Nicht der einzige Vorfall: Eine Mitarbeiterin der Grundschule wurde Mitte Mai auf dem Bürgersteig direkt vor der Schule das Opfer eines exhibitionistischen Übergriffs. Am Freitag tauchten im Theaterraum schulfremde Männer auf. Der Bezirk weigert sich aber weiterhin, einen Wachschutz zu finanzieren und verweist auf einen noch nicht bestehenden Zaun sowie eine nur mangelhaft funktionierende Gegensprechanlage. Immer wieder nutzen Schulfremde die Toilette und Eltern kommen während der Schulzeit auf das Gelände, um Mitschüler ihrer Kinder wegen Streitigkeiten anzugehen.

„Die jüngsten Ereignisse sind ein Indiz dafür, dass der Abzug des Sicherheitsdienstes eine voreilige Entscheidung war, die der realen Situation an der Schule nicht gerecht wird“, so die schulpolitische Sprecherin der Grünen im Bezirk, Martina Zander-Rade. Alle Beteiligten sollten „daraus lernen, dass die Schulen vor Ort in der Regel besser einschätzen können, was sie benötigen, als eine Senats- oder Bezirksverwaltung das kann“.

In Neukölln und Spandau werden entsprechende Sicherheitsdienste für die Schule von den Bezirken getragen. Doch nicht nur mit der Sicherheitslage hat die Schule ein Problem: Teilweise ist die Außenanlage so marode, daß sie nicht mehr als Fluchtwege nutzbar sind, weshalb die Schule auch ihre Mensa nicht mehr nutzen kann. (tw)