Wegen der deutschen Iran-Politik: Saudi-Arabien sperrt deutsche Firmen aus

28. Mai 2018
Wegen der deutschen Iran-Politik: Saudi-Arabien sperrt deutsche Firmen aus
Wirtschaft
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Riad. Jetzt kommt Deutschland ganz schön in die Bredouille und sitzt zwischen allen Stühlen. Während die Bundesregierung im Zusammenwirken mit der übrigen EU den Atomvertrag mit dem Iran verteidigt und sogar den Fortbestand der deutschen Handelsbeziehungen zu Teheran gegen Washington zu verteidigen versucht, bekommt sie genau dafür von den USA und jetzt auch von den ersten US-Verbündeten Druck. Nun hat der saudische Thronfolger Mohammed bin Salman kurzerhand einen Vergabestopp für Regierungsaufträge an deutsche Firmen verhängt – aus Verärgerung über die deutsche Iran-Politik.

Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ sind Großkonzerne wie Siemens, Bayer und Boehringer vom Boykott der Saudis betroffen, die seit Jahren intensiv mit dem saudischen Gesundheitsministerium zusammenarbeiten. Aber auch der Daimler-Konzern, der Hunderte Mercedes-Busse für den Nahverkehr in Riad und Jeddah liefern sollte, soll nach dem Willen des Saudi-Prinzen in die Röhre schauen.

Insgesamt sind laut „Spiegel“ 800 deutsche Firmen in Saudi-Arabien aktiv. Im Vorjahr beliefen sich die deutschen Exporte nach Saudi-Arabien auf stattliche 6,6 Milliarden Euro.

Bereits im November 2017 hatte Saudi-Arabien seinen Botschafter aus Berlin abgezogen. Anlaß waren kritische Äußerungen des damaligen deutschen Außenministers Sigmar Gabriel zur Libanon-Politik Saudi-Arabiens. (mü)

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5 Comments

  1. Bürgerfreund schreibt:

    Bleibt zu hoffen, dass die deutsche Regierung Rückgrat beweist und nicht wie in der Vergangenheit, zusammenbricht. Auch die Saudis sind nicht allein auf der Welt und brauchen Leistungen, die ihnen nur Deutschland bieten kann. Also nicht bange machen lassen.

    • Rudolf Stein schreibt:

      Bleibt zu hoffen, dass die saudische Regierung Rückgrat beweist und nicht, wie in der Vergangenheit, zusammenbricht. Auch die Deutschen sind nicht allein auf der Welt, und auch andere bieten Leistungen, nicht nur die selbstgefälligen Deutschen. Also, nicht bange werden lassen.

      • Bürgerfreund schreibt:

        Wir werden sehen, aber die von den Saudis so geliebten MB Autos gibt es nun mal nur in Deutschland; und das trifft auch auf weitere Produkte zu.

  2. omasbioladen schreibt:

    Saudi Arabien kann gar keine Staatsaufträge vegeben, da es eine Familiensippe ist und kein Staat.

  3. Joachim schreibt:

    Die große Vorsitzende wird von den Chinesen und Russen benützt, von vielen Europäern ignoriert und verachtet und demnächst von den Amerikanern wirtschaftlich bedrängt und wenn das noch etwas mit bodenständiger Politik zu tun hat, dann scheint mittlerweile hierzulande alles auf dem Kopf zu stehen und wie sie aus dieser Nummer wieder unbeschadet herauskommen will ist völlig rätselhaft, denn mit diesem Zickzack-Kurs sowohl innen und außen kann man keine Geschichte machen, im Gegenteil, sie wird als Katastrophen-Kanzlerin in die Geschichte eingehen und das sicherlich zu recht.

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