Kein Wunschkandidat des Westens: Erdogan steigt nochmals in den Ring

5. Mai 2018
Kein Wunschkandidat des Westens: Erdogan steigt nochmals in den Ring
International
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Ankara. Die Welt kann sich auf eine weitere Amtszeit des türkischen Präsidenten Erdogan einstellen. Dessen islamisch-konservative Regierungspartei AKP hat ihn jetzt offiziell als Kandidaten für die Präsidentenwahl im Juni aufgestellt. Alle 316 AKP-Abgeordneten im Parlament sprachen sich für eine Kandidatur Erdogans aus, teilte Ministerpräsident Yildirim mit.

Erdogan ist gemeinsamer Kandidat der AKP und der noch nationaleren MHP. MHP-Chef Bahceli sagte, man wolle am Freitag die Unterlagen für Erdogans Kandidatur bei der Wahlbehörde einreichen.

Die Präsidenten- und Parlamentswahlen finden am 24. Juni gleichzeitig statt. Ursprünglich waren sie für November 2019 geplant gewesen. Erdogan zog die Wahlen jedoch vor. Der Opposition werden kaum nennenswerte Chancen eingeräumt. Erdogan hat sich in seiner zurückliegenden Amtsperiode bei den westlichen Partnern unbeliebt gemacht, indem er sich im Syrien-Konflikt auf die Seite Rußlands geschlagen hat. Einen gegen ihn gerichteten Putschversuch überlebte er im Juli 2016 dank rechtzeitiger russischer Warnungen. Seither wurden tausende  Beamte in allen Bereichen der staatlichen Verwaltung entlassen und alle Institutionen gleichgeschaltet. Außenpolitisch setzt Erdogan auf Expansion. (mü)

 

Bildquelle: Wikimedia/Kremlin.ru/CC BY 4.0

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3 Comments

  1. Joachim schreibt:

    Ist das belegbar mit der russischen Warnung anläßlich eines Putschversuches gegen ihn und wenn dem so gewesen wäre, dann waren wirklich Dilletanten am Werk und entspricht eigentlich nicht der Miltiärführung die das Land ja über Jahrzehnte befriedet haben und es sieht eher nach einem Konstrukt aus, um eine Begründung für diese Regierungsaktion zu haben, wo vermutlich alle daran beteiligt waren, Regierung und Teile der Generalität im gegenseitigen Einvernehmen und zum Vorteil beider Parteien, das wäre weit schlüssiger als die Mär der russischen Vorsehung, die ihn angeblich sein Amt gerettet hat.

  2. Sack schreibt:

    Hier gibt es EU-Gelder ohne Wohlverhalten?

  3. Südwester schreibt:

    Die Türken können gerne machen, was sie wollen – in ihrem Land, und mit ihrem Geld.

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