Betriebsratswahlen: Patriotische Gewerkschaft „Zentrum Automobil“ im Aufwind – Linke Gewerkschaften empört

8. März 2018
Betriebsratswahlen: Patriotische Gewerkschaft „Zentrum Automobil“ im Aufwind – Linke Gewerkschaften empört
National
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Untertürkheim. Der Einzug von sechs Vertretern der patriotischen Gewerkschaft „Liste Zentrum“ bei den Betriebsratswahlen des Mercedes-Stammwerks in Untertürkheim sorgt für Aufregung. Mit ihrem Ergebnis (13,05%) konnte die Liste die zweitstärkste Gruppe nach der IG Metall werden. Der „Liste Zentrum“, die zur Organisation „Zentrum Automobil“ gehört, werfen andere Gewerkschaften wie etwa die IG Metall vor, „rechtsradikal“ zu sein. Nun hat sich auch der Daimler-Konzern in die Diskussion eingeschaltet. „Wir beobachten die Entwicklung genau“, erklärte der Konzern: „Wir stehen zur freiheitlich demokratischen Grundordnung und erwarten von allen Mitarbeitern, dass sie Toleranz in ihrer täglichen Arbeit leben.“ 

Bei den derzeit deutschlandweit stattfindenden Betriebsratswahlen konnte das „Zentrum Automobil“ auch in Sindelfingen aus dem Stand zwei Mandate erobern, in Rastatt sogar drei Betriebsratssitze gewinnen.

Während die IG Metall ebenfalls Gewinne verzeichnete, verlor die Liste „Offensive Metaller“ der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) zwei ihrer drei Sitze im Betriebsrat. Auch die Wahlbeteiligung stieg. Auf der Netzseite des Vereins „Ein Prozent“, der „Zentrum Autombil“ unterstützte, heißt es dazu, dies sei darauf zurückzuführen, daß dieses Mal „die Belegschaft eine wirkliche Wahl hat[te] und Betriebsräte abseits der korrupten Großgewerkschaften und linksradikaler Kleinstgruppen antreten“ konnten.

Scheinbar als Reaktion auf die Erfolge der patriotischen Gewerkschaft griffen mutmaßliche Linksextremisten eine Plakatwand des „Zentrums“ in Rüsselsheim, wo die Betriebsratswahlen noch ausstehen, sowie das Haus des Zentrumskandidaten Andreas Ziegler an.

Für die Zukunft kündigte das „Zentrum Automobil“ unbeeindruckt an: „Unsere Kampagne war ein erster Generalangriff auf das Monopol der linken Gewerkschaften. Viele weitere werden folgen.“

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2 Comments

  1. Fritze schreibt:

    Es ging uns sehr gut mit den bisherigen Gewerkschaften. So etwas verursacht nur Unruhe.

    • Eidgenosse schreibt:

      Ja, sehr gut. Die Gewerkschaften finanzierten in den 70er und 80er Jahren schon die ANTIFA-Schläger und legten äusserst „erfolgreich“ jede rechte oder vermeintlich rechte Bewegung lahm.
      Aber satirisch ist der Satz gut.
      Den Gewekschaftsbonzen muss das Wasser abgegraben werden und die Erfolge bei Daimler und anderen lässt hoffen, dass endlich die Interessen der Arbeiter und Angstellten vertreten werden anstatt diejenigen der Gewerkschaftsbonzen.

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