Fidesz-Historikerin Schmidt: „Wir wollen nicht kopieren, was die Deutschen oder Franzosen machen“

12. Februar 2018

Budapest. Die der ungarischen Regierungspartei Fidesz nahestehende Historikerin Mária Schmidt, die auch Chefin des Budapester „Hauses des Terrors“ ist, kritisierte in einem Interview mit dem britischen „Guardian“ Frankreich und Deutschland wegen ihrer Zuwanderungspolitik und unterstrich das Recht Ungarns auf seine eigene Identität.

Wörtlich sagte Schmidt, die auch Eigentümerin der regierungsnahen Zeitung „Figyelö“ ist: „Wir sind Ungarn, und wir wollen unsere Kultur bewahren. Wir möchten das nicht kopieren, was die Deutschen oder die Franzosen machen. Wir wollen unsere eigene Lebensart fortsetzen.”

Schmidt erinnerte sich in dem Interview auch daran, daß die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel aus Anlaß ihres Ungarnbesuches 2009 von ihr zu einer Gedenkfeier eingeladen worden sei, aber die Kanzlerin nahm die Einladung nicht an: „Es gibt nur eine einzige Erklärung dafür: ihr Herz ist aus Eis.“

Schmidt erteilte mit Blick auf die Geschichte auch allen überstaatlichen Ordnungsideen eine Absage: „Die Zukunft Europas wird gerade diskutiert: kann es eine Allianz der Nationalstaaten bleiben, oder soll es zu einem Reich werden. Ich glaube nicht an Reiche. Wo ist jetzt die Sowjetunion? Wo ist das Dritte Reich? Und das Osmanische? Das britische? Unterdessen ist Ungarn noch immer da.“

Im übrigen sei Deutschland ein relativ junges Land und habe deshalb kein Recht zu Belehrungen an die Adresse anderer: „Der ungarische Staat ist 1100 Jahre alt, wobei Deutschland – im Vergleich dazu – ein relativ junges Land ist. Ich mag es nicht, wenn ich von solchen Leuten belehrt werde, die vor 1871 keinen Nationalstaat errichten konnten“, erklärte Schmidt. Der „Guardian“ ergänzte, die ungarische Historikerin habe die letztere Feststellung als Scherz gemeint. (mü)

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Ein Kommentar

  1. Bernd Sydow schreibt:

    „Wir sind Ungarn, und wir wollen unsere Kultur bewahren. … Wir wollen unsere eigene Lebensart fortsetzen“, so die Historikerin Maria Schmidt. Mit diesen ihren Äußerungen hat sie allen Patrioten Europas – eines Europas der Vaterländer – aus dem Herzen gesprochen. Ihr Bekenntnis zur nationalen Identität ist für ein selbstbewußtes Volk das Natürlichste auf der Welt und ein klares Zeichen für die geistig-seelische Gesundheit des ungarischen Volkes.

    Bei uns in Deutschland hingegen ist die Erosion des Nationalbewußtseins schon erschreckend weit fortgeschritten. Hier werden diejenigen, die Kritik an der seitens der herrschenden Politik forcierten ethnisch-kulturellen Überfremdung unseres Vaterlandes üben, als Fremdenfeinde oder gar als Rassisten abgestempelt.

    Soziologisch betrachtet sind dies alles Erscheinungen einer kollektiven Dekadenz und einer nationalkulturellen Entartung. Und diese haben einen Namen – seine Anfangsbuchstaben sind A und M.

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