Israelisch-österreichische Beziehungen: Rechter Likud-Abgeordneter besucht FPÖ-Spitze

8. Februar 2018
Israelisch-österreichische Beziehungen: Rechter Likud-Abgeordneter besucht FPÖ-Spitze
International
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Wien/Tel Aviv. Schon wenige Wochen nach der Bildung der neuen ÖVP-/FPÖ-Regierung in Österreich soll Mitte Februar ein erster Vertreter Israels, der Likud-Abgeordnete Jehuda Glick, nach Wien kommen und dort sowohl Vizekanzler Strache als auch Außenministerin Kneissl treffen. Das berichtet die israelische Zeitung „Ha´aretz“ unter Berufung auf Glick. Auch aus Wien liegt inzwischen eine Bestätigung vor – Strache-Sprecher Glier nannte für das Treffen den 13. Februar. Es handle sich um einen „Freundschaftsbesuch“.

Die israelische Regierung hält offiziell Distanz zur FPÖ, und Likud-Chef Benjamin Netanyahu kündigte erst im Dezember an, keine Einladungen mit Vertretern der FPÖ annehmen zu wollen. Allerdings solle es eine „professionelle Zusammenarbeit“ mit Österreich geben.

Glick ist für die FPÖ kein Unbekannter. Er war bereits im Sommer 2017 mit Strache in Wien zusammengekommen. Bei diesem Treffen hatte Strache erklärt, es sei „völlig absurd”, Jerusalem nicht als israelische Hauptstadt anzuerkennen. Glick hatte vom FPÖ-Chef damals einen Brief an Regierungschef Netanyahu mitgekommen, in dem Strache Israel versicherte, „alles in meiner Macht Stehende” zu tun, um eine Umsiedlung der österreichischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu erreichen.

Glick gilt in seiner Likud-Partei als rechter Hardliner. (mü)

 

Bildquelle: Wikimedia/Gregor Tatschl/CC BY-SA 2.0

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4 Comments

  1. Dann wollen wir mal sehen, was dabei herauskommt …

  2. akizur schreibt:

    Ob Jerusalem Hauptstadt Israels wird, das hat nicht Strache zu entscheiden sondern das sollte er den Palästinensern überlassen. Am besten: sich aus diesem dummen Streit heraushalten. Solange Netanyahu nicht mit FPÖ Ministern reden will, könnte die Kneissel die österreichische Botschaft in Israel vorübergehend schliessen.

  3. Eidgenosse schreibt:

    Da ist sie wieder – die Suche nach der Nähe zu Israel. Wenn sich die FPÖ und Strache den Rücken freihalten will weil sonst zu viele Feinde unterwegs sind, ist das zwar verständlich aber es kann doch die Israelische Politik nicht ignoriert werden.
    Ob man die Palästinenser oder die Kurden mag oder nicht – ihnen steht jeweils ein eigener Staat zu und die an allen Ecken und Enden sichtbare Politik Israels, die auf die Vernichtung dieser Idee zielt, kann keine freundschaftliche Grundlage für Beziehungen sein.
    Zusätzlich glaube ich kaum, dass eine ausgesprochen Israel-freundliche Politik von den Wählern der FPÖ honoriert wird.

  4. Dr. ALTENBURGER schreibt:

    Man hat das Gefühl die ganze westliche Welt und auch Israel sind gespalten, in patriotischen Realisten mit westlicher Wertevorstellung, und stalinistisch-islamistischen Weltvereinheitlichungs-Unverbesserlicher, mit den vielen Grauzonen dazwischen. Um es mal banananal auszudrücken. Nur das manche von der Stalinistisch-Diktatorischen Truppe ausgerechnet da vermehrt auftauchen, wo man sie Jahrzehntelang gar nicht vermutet hätte. Siehe die CC Parteien die bestenfalls noch als SED durchgehen, oder als Halbmondpartei.

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