Pakistan läßt ausweisen: Weitere Afghanen-Massenzuwanderung droht

5. Februar 2018
Pakistan läßt ausweisen: Weitere Afghanen-Massenzuwanderung droht
International
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Islamabad. Auch Pakistan will jetzt einen aktiven Beitrag zur nächsten „Flüchtlings“welle in Richtung Europa leisten. Das radikalislamische Land hat sich eine Kehrtwende in seiner „Flüchtlings“politik verordnet und angekündigt, daß mehr als zwei Millionen afghanische Flüchtlinge binnen 60 Tagen das Land verlassen müssen. Zur Begründung heißt es aus Regierungskreisen, daß sich Mitglieder afghanischer Extremistengruppen unter die Flüchtlinge gemischt hätten.

Im Januar hatte das Kabinett in Islamabad bereits beschlossen, die Aufenthaltsgenehmigung für die Afghanen, die zum Teil schon seit Jahrzehnten in Pakistan leben, nur noch bis zum 31. des Monats zu verlängern. Zunächst hieß es aber, daß die Betroffenen für weitere fünf Monate bis Ende Juni bleiben könnten. Regierungschef Shahid Khaqan Abbasi ordnete aber Stunden später die Verkürzung der Frist auf 60 Tage an. Dies sei auf Anraten der Sicherheitsbehörden geschehen, hieß es aus Regierungskreisen. Die Nachrichtendienste hätten davor gewarnt, daß sich Mitglieder afghanischer Extremistengruppen unter die Flüchtlinge gemischt hätten.

Derzeit leben nach UN-Angaben rund 1,4 Millionen als Flüchtlinge registrierte Afghanen in Pakistan, außerdem Hunderttausende, die als „undokumentiert” gelten. Es ist unschwer abzusehen, daß sich ein Großteil der demnächst Ausreisepflichtigen nicht in ihr vom Krieg erschütterte Heimatland, sondern ebenfalls in Richtung EU auf den Weg machen werden, wo bereits viele Afghanen eine dauerhafte Bleibe gefunden haben. (mü)

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Ein Kommentar

  1. Tack schreibt:

    Es droht ein „guter Beginn“ für die GroKo?

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