Der Unabhängigkeits-Krimi geht weiter: Katalanische Separatisten gestärkt, Rajoy geschwächt

28. Dezember 2017
Der Unabhängigkeits-Krimi geht weiter: Katalanische Separatisten gestärkt, Rajoy geschwächt
International
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Barcelona/Madrid. In Spanien geht der Krimi um die Abspaltung Kataloniens in die nächste Runde. Die Neuwahl in der Autonomieregion Katalonien brachte keine Entspannung in der seit Monaten schwelenden Krise: die drei separatistischen Wahllisten konnten bei der Wahl am Donnerstag erneut eine absolute Mehrheit von 70 der insgesamt 135 Sitze des Regionalparlaments in Barcelona erringen. Die Wahlbeteiligung erreichte mit fast 82 Prozent einen Rekordwert und legitimiert das Ergebnis damit zusätzlich.

Das eindeutige Wahlergebnis weist dennoch keinen Ausweg aus der verfahrenen Situation, denn seit der Absetzung der katalanischen Separatisten-Regierung durch die Regierung Rajoy in Madrid steht Katalonien faktisch unter spanischer Fremdverwaltung.

Bei den Separatisten – einschließlich des ins belgische Exil geflüchteten abgesetzten Regionalpräsidenten Puigdemont – herrscht nun Siegeslaune. Allein Puigdemonts Allianz JuntsxCat (Gemeinsam für Katalonien) schnitt überraschend gut ab und kam auf 34 Sitze. Im Falle einer Rückkehr nach Spanien droht Puigdemont allerdings weiterhin die sofortige Festnahme.

Die Gegner der Unabhängigkeit verpaßten die absolute Mehrheit überraschend deutlich. Umfragen hatten zuvor lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Separatisten prognostiziert. Eine Schwächung bedeutet der Wahlausgang nicht zuletzt für den spanischen Regierungschef Rajoy, dessen Volkspartei nur auf drei Sitze kam, acht weniger als zuvor. (mü)

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