Rußlandkritisches Institut muß einräumen: Die meisten Krim-Bewohner sind mit Rußland sehr zufrieden

4. Dezember 2017
Rußlandkritisches Institut muß einräumen: Die meisten Krim-Bewohner sind mit Rußland sehr zufrieden
International
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Berlin/Moskau. Seit 2014 verbreiten westliche Medien und Politiker die offizielle Behauptung, Rußland habe im März 2014 die damals zur Ukraine gehörende Krim „annektiert“. Auf diese Behauptung gründen sich zahlreiche bis heute praktizierte westliche Sanktionen und Beschränkungen des diplomatischen Verkehrs zwischen Rußland und dem Westen.

Doch jetzt widerspricht ausgerechnet ein dem Bundestag nahestehendes Forschungsinstitut der offiziellen westlichen Doktrin. Das – vorgeblich – unabhängige Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOIS) wurde vom Deutschen Bundestag 2015 als Reaktion auf den Ukraine-Konflikt ins Leben gerufen und nahm im Oktober 2016 seine Arbeit auf. Seinem offiziellen Auftrag zufolge soll es „aktuelle politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen” in Osteuropa unter die Lupe nehmen.

Jetzt sorgt ein kürzlich veröffentlichter Bericht, für den die Institutsleiterin, Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, verantwortlich zeichnet, für Verstörung. Dem Bericht liegt eine Umfrage vom Frühjahr 2017 unter insgesamt 1800 Bewohnern der Krim zugrunde.

Das für viele westliche „Experten“ Frappierende: der weit überwiegende Teil der Krim-Bewohner fühlt sich augenscheinlich in keiner Weise von Rußland „annektiert“ oder auch nur übervorteilt. Auf die Frage, ob sie heute, wenn es wieder ein Referendum gäbe, ebenso wie 2014 für die Vereinigung mit Rußland stimmen würden, antworteten 78,8 Prozent mit Ja, nur 2,4 Prozent sagten, sie würden anders abstimmen. 6,8 Prozent wollten die Frage nicht beantworten.

80 Prozent der Befragten sehen sich außerdem als russische Bürger, nur 3 Prozent als Ukrainer. 13,3 Prozent sagten, sie seien Bürger der Krim, darunter viele Tataren, von denen sich aber ebenfalls 50 Prozent als Russen bezeichnen. Zuhause sprechen mehr als 80 Prozent nur Russisch, gerade einmal 1 Prozent nur Ukrainisch und 2 Prozent nur Tatarisch.

Nur zehn Prozent der Befragten erwägen, die Krim zu verlassen – aber nicht wegen russischer Drangsalierungen oder Heimweh nach der Ukraine. Vor allem junge Menschen wollen in andere russische Gebiete auswandern, in die Ukraine wollen deutlich weniger. In einem EU-Land zu leben, reizt die Krim-Bürger kaum.

Fast zwei Drittel sind außerdem mit der wirtschaftlichen Situation auf der Krim zufrieden. Ebenso viele sind der Meinung, daß die verschiedenen ethnischen Gruppen auf der Krim friedlich zusammenleben.

Eine glatte Ohrfeige für westliche Rußlandfeinde ist auch die Feststellung, daß Kreml-Chef Putin das größte Vertrauen bei den Krim-Bürgern findet, dicht gefolgt von der russischen Armee. (mü)

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