Russische Präsidentschaftswahl 2018: LDPR-Chef Schirinowski tritt an

30. November 2017
Russische Präsidentschaftswahl 2018: LDPR-Chef Schirinowski tritt an
International
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Moskau. Zur russischen Präsidentschaftswahl 2018 will nun auch der langjährige Vorsitzende der rechten Liberal-Demokratischen Partei Rußlands (LDPR), Wladimir Schirinowski, erneut antreten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Interfax.

Es wäre bereits der sechste Antritt Schirinowskis als Kandidat für das Präsidentenamt. Seine LDPR, die als feste Institution im postsowjetischen Parteienleben Rußlands gilt, war seinerzeit die erste nach-sowjetische Partei, die als Opposition registriert wurde. Schirinowski versuchte sich bereits bei den Präsidentschaftswahlen 1991, 1996, 2000, 2008 und 2012. Bei der ersten Wahl erreichte er mit 7,8% den dritten Platz. Diesen Erfolg konnte er nur 2008 wiederholen, als er mit 9,35% seine Bestmarke erreichte.

Schirinowskis Sohn und Duma-Sprecher Igor Lebedew erklärte nun, daß sein Vater einstimmig zum Präsidentschaftskandidaten gewählt wurde. Lebedew verglich die Wahl mit den Olympischen Spielen. Schirinowski selbst wiederum wird von der Agentur Interfax mit der Bemerkung zitiert, wichtig sei nicht der Sieg, sondern die Teilnahme, und: „Ich bin unheimlich dankbar, daß ich nominiert wurde.“

Der derzeitige Amtsinhaber Putin hat sich bislang noch nicht ausdrücklich erklärt, ob er ebenfalls wieder kandidieren wird. (mü)

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2 Comments

  1. Horst Steininger schreibt:

    Alle, die diesen Bericht lesen, müssen sich das berühmte Video von Wladimir Schirinowski, interviewt vom Compact team, ansehen. Er sagte sinngemäß, das die deutsche Bevölkerung Rußland nur bitten muß, die ehemaligen deutschen Gebiete wieder zurück zu bekommen und Rußland würde das umsetzen. Nur Rußland könne das machen.
    Nur wie soll das gehen, er sprach vom deutschen Volk, nicht von den Parteien.
    Aber, wie ich das deute, müßte es eine Regierung sein, die Rußland bittet, die Gebiete, die Deutschland nach dem Weltkrieg verloren hat, wieder Deutschland anzuschließen.
    Diese Worte hätte ich nie für möglich gehalten.

    • Bernd Sydow schreibt:

      Schirinowski ist ein national-russischer Politiker, dessen Äußerungen nicht selten offenbaren, daß er mit der (politischen) Realität von heute auf Kriegsfuß steht. Die deutschen Gebiete jenseits der Oder-Neiße-Linie mit Ausnahme von Nord-Ostpreußen sind seit dem Potsdamer Abkommen von 1945 polnisch. Auf diese hätte ein Präsident Schirinowski gar keinen Einfluß. Was er allerdings tun könnte, sollte er Präsident werden, ist, Nord-Ostpreußen – es gehörte einst zum preußischen Kernland – mit seiner Hauptstadt Königsberg (die leider noch immer Kaliningrad heißt) von sich aus wieder an Deutschland zurückzugeben (natürlich wäre dafür Voraussetzung, daß das politische Deutschland seine anti-russische Politik beendet).

      Das hätte durchaus Sinn: Zum einen hat die Oblast Kaliningrad (OK) (russische Bezeichnung für Nord-Ostpreußen) keine eigene Landverbindung zum restlichen russischen Staatsgebiet, zum anderen ist es ausschließlich von EU-Mitgliedsstaaten umgeben. Zudem gibt es in OK schon seit etlichen Jahren eine heute blühende deutsche Gemeinde.

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