Syrisch-katholischer Erzbischof von Mossul: Weltgemeinschaft muß mehr für die Christen im Irak tun

28. November 2017
Syrisch-katholischer Erzbischof von Mossul: Weltgemeinschaft muß mehr für die Christen im Irak tun
International
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Mossul/Bagdad. Die Christen im Nordirak sehen sich von der „Weltgemeinschaft“ abgehängt. Diesbezügliche Kritik am Westen äußerte jetzt der syrisch-katholische Erzbischof von Mossul, Boutros Moshe, in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur KNA.

Wörtlich sagte der Kirchenmann: „Wir erwarten, daß die Weltgemeinschaft politischen Druck auf unsere Regierung ausübt.“ Er wolle endlich Taten zum Schutz der Christen sehen. Die Christen, die in den vergangenen Jahren besonders unter den Angriffen des IS zu leiden hatten, müßten als gleichberechtigte Bürger des Irak anerkannt werden, forderte Moshe. Zwar sei der IS nun besiegt, aber die extremistische Ideologie sei immer noch präsent.

Nach der Befreiung der Millionenstadt Mossul vom IS liegt dort auch das christliche Erbe, das auf eine 2000-jährige Vergangenheit zurückblicken kann, in Trümmern. Viele Christen aus Mossul leben seit der Eroberung durch den IS in der Umgebung.

„Wir möchten unsere Kultur und unsere Geschichte, auf die wir sehr stolz sind, bewahren”, erklärte der Geistliche. Hierfür seien allerdings Frieden und Sicherheit sowie eine starke, säkulare Regierung erforderlich. Gegenwärtig habe er wenig Hoffnung, daß christliches Leben nach Mossul zurückkehre, sagte Moshe. Viele Christen seien im Moment dabei, ihre Häuser dort zu verkaufen und die Stadt endgültig zu verlassen. (mü)

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