Schluß mit Sezession, ja zu Italien: Lega Nord wird gesamtstaatliche Partei

30. Oktober 2017
Schluß mit Sezession, ja zu Italien: Lega Nord wird gesamtstaatliche Partei
International
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Rom. Während in Katalonien die Separatisten strikt auf die Abspaltung von Spanien setzen, geht die italienische Lega Nord jetzt den umgekehrten Weg – sie verzichtet offiziell auf ihre separatistischen Bestrebungen. Die in Norditalien etablierte Gruppierung streicht den Begriff „Nord“ aus dem Emblem, mit dem sie bei den Parlamentswahlen im Frühjahr antritt.

Damit unternimmt die Lega Nord erstmals seit ihrer Gründung in den 1980er Jahren konkrete Schritte, um sich zu einer gesamt-italienischen Partei zu mausern, die konkurrierenden Parteien damit auch in anderen Landesteilen Wählerstimmen abjagen kann. Lediglich „Lega“ wird künftig auf dem Parteisymbol stehen, mit dem die Partei in den Wahlkampf für die Neuwahlen zieht. Der Name der Partei an sich bleibt aber vorerst erhalten, weil ein Parteitag für eine solche Änderung einberufen werden müßte, kommentierte Lega-Chef Matteo Salvini.

Laut Salvinis Vorhaben soll die Lega jetzt auch im italienischen Süden verstärkt Fuß fassen. Bisher hatte sie sich mit sezessionistischen Parolen wie „Weg von Rom“ beim Wähler profiliert. „Wir bleiben eine föderalistische Partei, die vernünftige Lösungen zur Bewältigung der Krise vorschlägt, wollen jetzt aber auch im Süden Fuß fassen“, erklärte Salvini.

Die Lega Nord hatte jüngst erst ein Autonomie-Referendum in den Regionen Lombardei und Venetien organisiert, an dem sich am Sonntag über fünf Millionen Wähler beteiligten und mit mehr als 90 Prozent für mehr regionale Befugnisse stimmten. (mü)

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