Technologie mit Schattenseiten: Elektroautos treiben Lithium- und Kobaltnachfrage in die Höhe

22. Oktober 2017
Technologie mit Schattenseiten: Elektroautos treiben Lithium- und Kobaltnachfrage in die Höhe
Wirtschaft
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Elektroautos gelten eigentlich als sauber und umweltfreundlich. Zahlreiche Länder wollen Elektroautos deshalb fördern, während gleichzeitig dem bewährten Verbrennungsmotor der Garaus gemacht werden soll. Doch der steigende Bedarf an für die Auto-Batterien benötigten Rohstoffen trübt das vermeintlich positive Bild kräftig ein.

Vor allem der Lithium- und Kobalt-Abbau in Schwarzafrika ist alles andere als umweltgerecht. In der Demokratischen Republik Kongo wird etwa Kobalt unter ökologischen, aber auch Extrembedingungen abgebaut. 54 Prozent des Weltverbrauchs an Kobalt kommt aus dem Kongo. Der Abbau erfolgt in Kleinbetrieben, die Umwelt- und Arbeitsschutzbedingungen ignorieren. Zu den Begleitumständen der Kobaltförderung gehören Kinderarbeit, Todesmilizen, Umweltzerstörung und lebensgefährliche Arbeitsbedingungen.

Der Lithium- und Kobaltbedarf, prognostizieren Experten, wird sich im Zuge des E-Mobil-Booms bis zum Jahr 2050 vervielfachen. Dann könnten jährlich bis zu 140 Millionen E-Autos vom Fließband gehen und dafür 350.000 Tonnen Lithium benötigen. Bei Kobalt könnte der Jahresbedarf in 33 Jahren auf mehr als 200.000 Tonnen jährlich ansteigen.  Mit dieser Vervielfachung des Rohstoffabbaus werden auch die jetzt schon erheblichen Probleme zunehmen.

Experten möchten deshalb jetzt Sorgfaltsregeln für den Bergbaubetrieb in Afrika einführen. Bei der Gewinnung anderer Mineralien wie Gold, Diamanten oder Zinn konnten in der Vergangenheit bereits Erfolge erzielt werden. (mü)

 

Bildquelle: Wikimedia/Bair175/CC BY-SA 3.0 (Bildformat bearb.)

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10 Comments

  1. Mikki schreibt:

    Verbrauchte Akku ist ein hoch gefährliches Abfall für das Umwelt.

  2. Claus Ernst schreibt:

    Das vermeintlich positive Bild von e-cars hat noch weitere Schattenseiten.
    Der Löwenanteil deutscher Autoproduktion geht in den Export und dort vor
    allem in Länder, deren Infrastruktur weit hinter der Deutschlands oder anderer europäischer Nationen rangiert. Gesetzt den Fall, es werden in ein
    paar Jahren nur noch e-cars produziert, an wen sollen diese Fahrzeuge im
    außereuropäischen Ausland verkauft werden, in Länder, die eine Abdeckung
    mit Ladestationen haben, die gegen Null tendiert ? In Länder, wo ganz an-
    dere Entfernungen eine Rolle spielen ? Die Fixierung der Politik auf ein
    Ziel, das den Verbrennungsmotor hauptsächlich im Kontext ideologischer
    Sichtweise verbannen möchte, hätte katastrophale wirtschaftliche Folgen
    für die gesamte Autoindustrie, für die Zulieferindustrieen und bedeutete nicht zuletzt den sicheren Verlust von Arbeitsplätzen im sechsstelligen
    Bereich. Und eine zuverlässige, interessenunabhängige Energiebilanz und Umweltbilanz, Verbrennungsmotor vs. e-cars, ist mir nicht bekannt, außer,
    daß es gewichtige Stimmen von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern gibt,
    die auf die signifikante Umweltschädlichkeit in einzelnen Segmenten der
    Produktionskette zur Fabrikation von e-cars hinweisen. Es sollte vermieden werden, daß die Öffentlichkeit ein weiteres mal desinformiert wird, so
    wie es seit Jahren zum Thema menschengemachter Klimawandel geschieht.

    • Teri schreibt:

      Grünisten am Werk, die weder von der Technik, noch von der Wirtschaft etwas Ahnung haben… Dafür aber 2 Semester Theater, etwas mit Sozial- oder im günstigerem Fall wegen Ferien auf Lehramt studiert haben.
      Dann kommen entweder Verbote (Veggietag etc.) oder unsinnige/unrealistische Pläne mit Datum, aber ohne die Frage „Wie?“ zu beantworten, raus.

      Auf einmal sind die Akkus/Batterien kein Sondermüll mehr?
      Und keine Kinder mehr in den Minen?

      Übrigens, wie gesund sind jetzt die Wälder, über die sie sich vor 30 Jahren sooo „sorgten“? Ergebnisse? Oder ist inzwischen die Farbe des Waldes der Farbe des Propheten gewichen? Hauptsache an der Macht und fette Diäten kassieren, egal welcher Unsinn dabei rauskommt…

    • Bernd Sydow schreibt:

      Also soweit ich die Sache verstanden habe, dürfen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor künftig durchaus noch in Deutschland gebaut werden (Stichwort: Export), sie dürfen künftig nur nicht mehr auf Deutschlands Straßen fahren – vorausgesetzt, die weltfremde bündnisgrüne Ideologie setzt sich durch.

  3. Emma D. schreibt:

    Sind etwa die Elektroautos nur ein Vorwand, um die einschlägig beliebten Blut-für-Ölkriege (Orient) und Blut-für-Urankriege (Mali) um Blut-für-Lithium-Kriege und Blut-für-Kobalt-Kriege zu erweitern?

    Und eine gute Gelegenheit für schwarzrotgrüngelbe „GutmenschInnen“, sich damit zu brüsten, dass sie die von ihnen per ausländerfeindlicher Umweltvergiftung Vertriebenen ausländerfreundlich „willkommen“ heißen?

    Wegen des hohen Energieaufwandes für Akkus und neue Autos sollten sogar CO2-Klima-Totalitaristen Widerspruch erheben. Von der Reduzierung des Flugverkehrs redet bemerkenswerterweise niemand.

  4. Ruewald schreibt:

    Hierzu zwei informative Artikel:
    http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Dresdner-Professor-fordert-ideologiefreie-Debatte-ueber-Schadstoffe-durch-Autoverkehr
    http://cicero.de/wirtschaft/automobilindustrie-warum-die-Zukunft-nicht-in-den-Elektroautos-liegt

    Zitat aus letzterem:
    >> Gut möglich, dass das Volk einfach klüger ist als das politisch-mediale Establishment, das glaubt, mit vermeintlich grüner Ideologie ließen sich die Gesetze der Physik überlisten. Das Kernproblem der E-Autos sind die Hochleistungsbatterien, die in Millionenzahl benötigt werden: Wo sollen sie herkommen, wenn bis 2030 stattliche 37 Prozent der in der EU zugelassenen Autos elektrisch und 47 Prozent hybrid (Strom und Verbrennungsmotor) betrieben werden sollen, wie es Brüssel vorschreibt? Und wer genehmigt die hochriskanten Chemiefabriken in einem Land, wo schon der kleine Kiosk einen Behördenmarathon durchlaufen muss? Selbst dem Institut für Energie und Umwelt (Ifeu) ist der Hype um die Stromer mittlerweile nicht geheuer. Sorge bereitet den Heidelberger Forschern, die sich der Ökobewegung verbunden fühlen, vor allem die Herstellung. „Wenn die angestrebten zehn Millionen Elektroautos gebaut werden”, rechnet Hinrich Helms vor, „werden allein dafür 383 Prozent des weltweit gewonnenen Lithiums und 43 Prozent allen Nickels benötigt.”
    [zum noch problematischeren Kobalt keine Angabe? (Ruewald)]
    Wo sollen die Rohstoffe herkommen, zumal sich China die wichtigen Schürfrechte in Afrika gesichert hat?
    Die Batterien sind nicht nur in der Herstellung der große Schwachpunkt der E-Fahrzeuge. Sie sind auch schwer, teuer und brauchen lange für die Ladung und reichen allenfalls für ein paar hundert Kilometer. Kaum beachtet ist bislang auch die Brandgefahr, auf die das Kieler Institut für Schadensforschung „für alle Elektrogeräte mit Lithium-Akkus” hinweist. Warum sollen sie sich nur in Smartphones oder E-Bikes entzünden, die bereits mehrere Brände mit erheblichem Sachschaden verursacht haben?
    <<

  5. Bernd Sydow schreibt:

    Elektrofahrzeuge wurden einzig und allein wegen ihrer Abgasfreiheit entwickelt. Zu deren Herstellung und Betrieb gehört auch eine günstige Energiebilanz, die aber nur dann gegeben ist, wenn die Elektroenergie, mit der die Lithium-Kobalt-Akkus geladen werden, von abgasfreien Energieerzeugern stammt. Und da man sich von der sauberen Atomenergie aus rein grün-ideologischen Gründen hierzulande verabschiedet hat – den Kohle- und Gaskraftwerken droht langfristig ein ähnliches Schicksal -, bleiben eigentlich nur (theoretisch) die Windgeneratoren und Solarkollektoren. Aber selbst wenn man Deutschland weitgehend „verspargeln“ und „solarisieren“ würde, würde das womöglich nicht reichen. Also müßten wohl weitere mit fossilen Brennstoffen befeuerte Kraftwerke gebaut werden. Damit würde freilich die Umweltbelastung durch Abgase statt wie bisher von den Fahrzeugen nun von zusätzlichen „fossilen“ Stromerzeugern verursacht werden.

  6. terence coman schreibt:

    Egal was diese Regierung anleiert, es ist immer Muell, wenn man mit beiden Augen hinsieht, und nicht eines zukneifen will. Es scheint im Schicksal der Menschheit fest verankert zu sein, dass eine sich wichtig machende Gruppe von Selbstbeweihraeucherern stets auf einem Auge blind sein muessen, dafuer drei Haende aufhalten koennen, wenn es um ihre Gewinne geht.
    MfG Terence

  7. Meinungsfreiheit schreibt:

    Nicht zum Thema: Kommentarfunktion
    Die Kommentarfunktion ist bei den aktuellsten Artikeln nicht mehr aktiv. Wird sich dies wieder ändern oder ist staatlicherseits mit dem Netzdurchsetzungsgesetz eingewirkt worden um Meinungsfreiheit der hier durchweg differenzierten Kommentarbeiträge zu beschränken? Es ist zu hoffen, dass die Portalträger Wege finden werden, wie sich Meinungsfreiheit wieder verwirklichen lässt.

    • S P schreibt:

      Aus Urlaubs- und Krankheitsgründen war kein Moderator verfügbar. Die Kommentarfunktion ist nun wieder aktiv.

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