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Salafistenbuch in der Knastbibliothek: Österreichisches Justizministerium zieht Konsequenzen

Wien. In Österreich ist der dortigen Islamischen Glaubensgemenschaft vom Justizministerium die Zuständigkeit für die Gefängnisbibliotheken entzogen worden. Grund dafür ist der Fund eines salafistischen Buches in der Justizanstalt Korneuburg. Jetzt argwöhnt Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP), daß es sich nicht um einen Einzelfall handelt.

Eigentlich hat die Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ) seit 2010 die Pflicht, den Bibliotheksbestand selbst zu überprüfen, um Radikalisierung in der Haft zu verhindern. Die Verantwortung für die Gefängnisbibliotheken sei jetzt an die Organisation Derad übergeben worden, die nun den gesamten Bücherbestand einer intensiven Prüfung unterziehen soll, hieß es aus dem Justizministerium. Und, mit Blick auf das aufgefundene, in kyrillischer Schrift abgefaßte Buch: „Ein solcher Fund konterkariert all unsere Bemühungen im Kampf gegen Radikalisierung in Haft. Daher müssen wir natürlich Konsequenzen ziehen.“

Die betroffene IGGiÖ zeigte sich unterdessen betroffen, aber wenig verständnisvoll. Präsident Ibrahim Olgun will nun das Gespräch mit Minister Brandstetter suchen und forderte in einer Erklärung „eine sachliche und kompetente Herangehensweise” an das Thema. Gerade der IGGiÖ sei es ein großes Anliegen, keine extremistischen Bücher in den Gefängnissen zu haben. Das in Rede stehende Buch sei offenbar übersehen worden. (mü)