Die Schatten der Sezession: Viele Unternehmen wollen Katalonien den Rücken kehren

8. Oktober 2017
Die Schatten der Sezession: Viele Unternehmen wollen Katalonien den Rücken kehren
Wirtschaft
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Barcelona/Madrid. Schon im Vorfeld einer möglichen Abspaltung Kataloniens von Spanien ziehen erste Unternehmen die Konsequenzen und treffen Vorkehrungen für eine Abwanderung. Jetzt teilte die größte Bank, die Caixabank, eine diesbezügliche Entscheidung mit – sie wird nach Valencia umziehen. Zuvor hatte bereits die zweitgrößte Bank der Region, die Banco Sabadell, mitgeteilt, aus der Region abzuwandern und ihren Hauptsitz nach Alicante zu verlegen.

Tatsache ist, daß Katalonien das wirtschaftliche Herz Spaniens ist. Auch bei den ausländischen Unternehmen sind von den rund 1600 in Spanien aktiven Firmen etwa 800 in Katalonien ansässig.

Die Frage, die viele Firmen – ausländische ebenso wie katalanische – umtreibt, ist, ob ein unabhängiges Katalonien noch Teil des europäischen beziehungsweise des spanischen Binnenmarktes bleiben könnte. Die spanische Zentralregierung hat bereits klargemacht, daß sie im Falle weiterer Schritte in Richtung Sezession Grenzkontrollen errichten werde. Und der EU könnte Katalanien nur mit einstimmigem Beschluß der übrigen Mitglieder wieder beitreten. Auch Brüssel hat signalisiert, das Referendum sei illegal gewesen. Im Falle einer Unabhängigkeit müßte Katalonien erst einen langwierigen Beitrittsprozeß absolvieren – was Spanien aber mit seiner Vetostimme verhindern würde.

Die wirtschaftliche Stärke der Region macht sie zugleich verwundbar: Katalonien ist abhängig vom Außenhandel. Die Hälfte aller katalanischen Lieferungen geht in die anderen EU-Gebiete. Insgesamt machen Ausfuhren aus Katalonien ein Viertel der gesamten Exporte Spaniens aus. (mü)

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