Katalanische Sezession: „Büchse der Pandora“ für den Balkan?

4. Oktober 2017
Katalanische Sezession: „Büchse der Pandora“ für den Balkan?
International
5

Barcelona/Belgrad. Die katalanische Sezession wird im übrigen Europa durchaus kritisch gesehen. So beobachtet die serbische Regierung mit großer Sorge die separatistischen Entwicklungen in Spanien und warnt vor einer „Büchse der Pandora”. Serbien befürchtet, daß nun auch sezessionistische Bewegungen auf dem Balkan wieder Aufwind bekommen könnten.

Der serbische Außenminister Dacic erklärte, die unheilvolle Pandora-Büchse sei bereits 2008 geöffnet worden, als die frühere serbische Provinz Kosovo ihre Unabhängigkeit erklärte.

Auch serbische Medien spekulieren, daß es nach dem Referendum in Katalonien auch in der bosnischen Republika Srpska eine vergleichbare Abstimmung geben könnte. Der Präsident der serbischen Teilrepublik von Bosnien-Herzegowina, Milorad Dodik, fordert seit Jahren immer wieder eine Abspaltung der Republika Srpska von Bosnien. Ein für kommendes Jahr geplantes umstrittenes Unabhängigkeitsreferendum wurde vor wenigen Wochen abgesagt. Nun könnte die Idee neuen Auftrieb erhalben, meinen Beobachter. So schrieb die Zeitung „Blic“, es sei wahrscheinlich, daß im Fall einer Volksabstimmung die Mehrheit der bosnischen Serben für die Unabhängigkeit und die Vereinigung mit dem serbischen Mutterstaat stimmen würden.

Andererseits könnten sich die in Serben lebenden Albaner veranlaßt sehen, jetzt den Anschluß an das Kosovo voranzutreiben. Die in drei Gemeinden – Bujanovac, Presevo und Medvedja – lebenden Albaner hatten sich bereits in den 90er-Jahren in einem von Serbien nicht anerkannten Referendum für den Anschluß an das Kosovo ausgesprochen. (mü)

diesen Beitrag drucken diesen Beitrag drucken

5 Comments

  1. Joachim schreibt:

    Wo ist das Problem? Keine Landsmannschaft wechselt aus Lust und Tollerei die Seite ohne daß ein Grund vorliegt und der ist meistens in der Ethnie und in der Religion zu sehen und natürlich auch noch historisch betrachtet, denn da gab es schon Ungereimtheiten, die man heute versucht wieder zu korrigieren. Wer das verhindern will muß die Voraussetzung schaffen, daß es aus welchen Gründen auch immer nicht zum geistigen und in Folge zum realen Bruch kommt. Schwierige Aufgabe, und wenn es nicht gelingt sollte man als Demokraten die Größe aufbringen um mit solchen Ereignissen umgehen zu können.

  2. Pack schreibt:

    Die Antifa war auch dabei.

  3. Fernglas schreibt:

    Die Initiatoren des Versaillers Vertrages haben z.B. 1919 versucht, in der Tschechoslowakei und im sog. Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, dem späteren Jugoslawien, Vielvölkerstaaten zu gründen, die in ihrem Zuschnitt den eigenen politischen Zielen dienten. Die Geschichte lehrt jedoch, dass solche Experimente nur vorübergehend Bestand haben. Bestenfalls lösen sich diese unnatürlichen Gebilde auf friedlichem Wege auf, wie es z.B. mit der Tschechoslowakei zur Jahreswende 1992/93 geschehen ist. In den meisten Fällen, ist jedoch ein gewalttätiges Ende vorprogrammiert, weil sich die Interessen der einzelnen Ethnien zu krass unterscheiden. Siehe etwa in Jugoslawien oder dem Irak (folgt noch!). Was dies für Deutschland mit seinen in den letzten Jahrzehnten entstanden multi-ethnischen Strukturen in nicht allzu ferner Zukunft bedeutet, kann sich jeder denkende Mensch selbst ausmalen…

  4. Hans Schneider CYYZ schreibt:

    Sued Tirol sollte sich auch von Italien abspalten und zu Oesterreich gehoeren.Das gleich koennte man Elsass Lothringen empfehlen.

  5. Fackelträger schreibt:

    Abspaltungen zu provozieren, um widerspenstige Nationalstaaten zu pulverisieren, ist wahrscheinlich die neueste Taktik der EU-Zentralstaats-Diktatoren. Es ist ja wunderbar für Eurokraten, wenn sich die europäischen Völker am besten von selbst gleich in schwache, abhängige, aber multikriminalisierte Départements zerlegen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Facebook Auto Publish Powered By : XYZScripts.com