Angeblicher deutscher „Völkermord“ in Südwest: Bundesregierung läßt Prozeßtermin in New York platzen

31. Juli 2017
Angeblicher deutscher „Völkermord“ in Südwest: Bundesregierung läßt Prozeßtermin in New York platzen
International
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New York. Von der Öffentlichkeit wenig beachtet, steht die Bundesrepublik Deutschland seit einigen Monaten in einem internationalen Prozeß unter Anklage. Der Vorwurf lautet auf „Völkermord“ an den Volksgruppen der Herero und Nama im früheren Deutsch-Südwestafrika. Die Vertreter der beiden Stämme verlangen Entschädigung. Die Bundesregierung weist bislang alle Forderungen zurück.

Dieser Tage nun sollte der im Januar offiziell eröffnete Prozeß in die erste Runde gehen. Doch der Gerichtstermin im New Yorker Stadtteil Manhattan scheiterte und wurde auf den 13. Oktober verschoben. Die Bundesregierung hatte keinen gesetzlichen Vertreter beauftragt, den Termin wahrzunehmen, und sieht sich jetzt dem Vorwurf ausgesetzt, das Verfahren zu verschleppen.

Im übrigen steht Berlin auf dem Standpunkt, daß die Vorladung für den Prozeß auf unangemessene Weise übermittelt worden sei. Statt dem Haager Übereinkommen über die Zustellung gerichtlicher Schriftstücke aus dem Jahr 1965 zu folgen, hätte die Vorladung auf diplomatischem Weg erfolgen müssen, weil Deutschland als staatlicher Souverän angeklagt sei, argumentiert die Bundesregierung. Unter den Klägern löste die Verzögerung des Verfahrens Unmut aus: die Geduld der Herero sei am Ende, erklärte deren gemeinsames Oberhaupt Vekuii Rukoro: „Deutschland versucht zu rennen, aber verstecken kann es sich nicht.”

Mit dem Verfahren wollen Vertreter der Herero und Nama durchsetzen, daß sie an den derzeitigen Verhandlungen zwischen der deutschen und namibischen Regierung über eine Aufarbeitung des „Völkermords“ beteiligt werden. Sowohl Berlin wie Windhuk lehnen eine derartige Beteiligung aber mit der Begründung ab, daß es bei den Verhandlungen um eine zwischenstaatliche Vereinbarung gehe. Bemerkenswerterweise lehnt auch die Regierung in Windhuk deutsche Reparationszahlungen ab. Jetzt soll das Thema des deutschen „Genozids“ an den Herero und Nama im September auch die UN-Vollversammlung in New York beschäftigen. (mü)

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6 Comments

  1. Hans Schneider CYYZ schreibt:

    die Italiener als sogenannte Nachfolger der alten Roemer koennten uns auch verklagen wegen der Schlacht im Teutoberger Wald.

  2. Hermann schreibt:

    “ Statt dem Haager Übereinkommen über die Zustellung gerichtlicher Schriftstücke aus dem Jahr 1965 zu folgen, hätte die Vorladung auf diplomatischem Weg erfolgen müssen, weil Deutschland als staatlicher Souverän angeklagt sei, argumentiert die Bundesregierung.“
    Daran sieht man mal wieder ganz deutlich, dass die „BRD“ halt kein staatlicher Souverän ist, sondern nur Erfüllungsgehilfe der Besetzer.

  3. Fackelträger schreibt:

    Man darf gespannt bleiben. Meines Wissens nach sind die Herero auch gar keine traditionelle Südwester („namibische“) Volksgruppe.

    Vielmehr sollen die Herero, von den Engländern mit Waffen versorgt, aus dem Osten (Rhodesien, heute Simbabwe) über die hunderte Kilometer breite Steppe und Halbwüstenzone eingedrungen sein, um die Südwester schwarzen Stämme um ihre Weidegründe zu bringen, einhergehend mit Meuchelmord und Totschlag. Die unterlegenen Stämme riefen daher verzweifelt die Deutsche Schutztruppe zuhilfe. Die handelte dann pflichtgemäß: Sie trieb unter Opfern die Herero mit Waffengewalt wieder dorthin rurück, woher sie gekommen waren.

    Damals bemühte man sich übrigens, Grenzen zu schützen.

  4. Südwester schreibt:

    Die Herero stammen ursprünglich aus Zentralafrika und kamen vor einigen hundert Jahren über Botswana ins heutige Namibia. Mit anderen Völkern wie den Nama führten sie jahrzehntelang Kriege. Von den deutschen Siedlern erwarben sie Waffen und Alkohol. Für Hereros waren und sind Rinder und Kinder ihr wichtigstes Eigentum. (Heutzutage kommen noch große Autos dazu).

    Man kann davon ausgehen, daß die Herero auf deutsche Siedler und ihre Erfolge eifersüchtig wurden. Sie überfielen gezielt Farmen, ermordeten und beraubten die Eigentümer. Namen und Zahlen sind belegt. Die Schutztruppe hatte nach den Überfällen auf deutsche Siedler keine andere Wahl, als durchzugreifen. Die Herero verloren den „Aufstand“ und flohen nach Osten. Warum flohen sie nach Osten? Weil die Briten in Botswana, die Feinde des Deutschen Reiches, ihnen Hilfe zugesagt hatten.

    Die Herero kannten das Land besser als die jungen Schutztruppler. Heutzutage wird der Schutztruppe vorgeworfen, Brunnen vergiftet zu haben. Das war natürlich unmöglich. Sie waren den Herero ja nicht voraus, sondern verfolgten sie. Daß die Herero bei der Flucht ihre ganzen Rinderherden und Familien mitschleppten, und in die Wüste nach Osten flohen, war ihre eigene Dummheit. Natürlich gab es nicht für alle Wasser oder Nahrung.

    Die Opferzahlen wachsen seit Jahren, vor allem seit Grüne und Linkspartei die Herero dazu anstacheln, Milliarden von der BRD zu fordern. Namen oder Zahlen sind kaum belegbar, da es praktisch keine Aufzeichnungen gibt, schon gar nicht von neutraler Seite. Die Herero sollten einmal mit gutem Vorbild vorangehen, und sich für die Ermordung deutscher Siedler entschuldigen. Dann kann sich die deutsche Seite gerne für die Härte der Schutztruppe entschuldigen.

    Die Hauptschuld aber trifft die damalige Führung der Herero. Erst ihre Gier, und dann ihre Dummheit, durch die Wüste nach Osten flüchten zu wollen, führten zum Tode von Tausenden ihres Volkes.

    Die Owambo-geführte Regierung Namibias kennt natürlich ihre schwarzen Brüder gut, und weiß ganz genau, worum es hier wirklich geht: nicht um Versöhnung oder Entschuldigung, sondern einfach nur darum, ein bißchen Geld herauszuschlagen.

    Deutsche und Herero in Namibia vertragen sich heute gut. Schade, wenn irgendwelche Hetzer diesen Frieden heute stören wollen.

  5. Pack schreibt:

    Wer will es Ihnen verdenken? „Dankbare“ Opfer werden gerne gemolken!

  6. rb schreibt:

    „Völkermord“ ? Die Leute wollen doch nur Geld sehen.

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