Erdogan unterzeichnet: Türkei erhält russische S-400-Luftabwehrsysteme

26. Juli 2017
Erdogan unterzeichnet: Türkei erhält russische S-400-Luftabwehrsysteme
International
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Ankara. Ein pikanter Schritt: der türkische Präsident Erdogan hat erklärt, daß die Verhandlungen mit Rußland über die Lieferung russischer S-400-Flugabwehrsysteme abgeschlossen und die diesbezüglichen Dokumente jetzt unterzeichnet seien. Erdogan präzisierte in Ankara: „Hoffentlich sehen wir S-400 in unserem Land. Und wir werden ihre gemeinsame Herstellung einleiten.“

Das S-400-System gilt in westlichen Militärkreisen als extrem leistungsfähig. Es ist mit einer Reichweite von bis zu 400 Kilometern gegen alle Typen von Flugzeugen über Drohnen bis zu Marschflugkörpern wirksam und kann auch taktische Raketen abfangen. Auch Tarnkappenflugzeuge können erkannt und bekämpft werden. Jedes System kann gleichzeitig 36 Ziele in bis zu 27 Kilometern Höhe mit insgesamt 72 Raketen bekämpfen.

Bislang hat Rußland einen Liefervertrag für die S-400-Systeme nur mit China abgeschlossen. Außerdem werden Verhandlungen mit Indien geführt. Pikant ist der S-400-Vertrag mit der Türkei auch deshalb, weil das Land noch immer NATO-Mitglied ist und mit der Beschaffung des russischen Systems aus der einheitlichen Luftverteidigung des Bündnisses ausschert. (mü)

 

Bildquelle: Wikimedia/Vitaly V. Kuzmin/CC BY-SA 3.0

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6 Comments

  1. Eidgenosse schreibt:

    Erdogan ist für (fast) jeden erkennbar unkalkulierbar. Ich weiss nicht ob Putin hier mehr weiss als man hier empfinden kann. Jedenfalls würde ich mich nicht wundern, wenn irgendwann ein russicher Jet von einer türkischen S-400 abgeschossen wird.
    Es wird von den USA auf einen Bündnisfall zielstrebig hingearbeitet. Im Bündnisfall gehört die Türkei zur NATO – und dann?

    • Wolfgang Adler schreibt:

      ….verstehe ich nicht ganz…! Wie lange ist es denn erst her, als die Türken eine MIG herunterholten?? Und was passierte?? Nichts!!

      • Eidgenosse schreibt:

        ….schon richtig – das schreibe ich aber eher der Besonnenheit Putins zu Buche und seiner konsequenten Haltung gegen die Türkei danach. Schliesslich musste Erdogan in Russland antreten. Da aber Erdogan offensichtlich immer nur seinen (scheinbaren) Vorteil verfolgt, ist jederzeit ein Umschwenken seiner Politik möglich bzw. wahrscheinlich. Erdogan wechselt Freunde und Feinde recht schnell aus und daher ist es meiner Ansicht nach fragwürdig, wenn Russland an die Türkei Waffen liefert. Im Übrigen erhält die NATO dadurch Einblick in diese Technologie.

  2. Dr. ALTENBURGER schreibt:

    Da kommen mir auch Zweifel auf, ob das mal nicht nach hinten los geht.

  3. Emma D. schreibt:

    Erdogan weiß wie es geht: Entamerikanisieren. Die Völker Europas können sich die Türkei zum Vorbild nehmen, satt ihr über die EU verwestende Vorschriften aufzudrücken.

  4. Realist schreibt:

    Die Türkei hat mehr vor. Ein Bruch mit NATO und EU ist einkalkuliert. Sollte Deutschland nicht die Zeichen der Zeit erkennen und sich mit Russland gut stellen, wird das machtstrategisch zum Problem. Da war dann die Flüchtlingskrise seit 2015 nur eine Ahnung von dem was kommt. Die Türkei strebt die Machtexpansion nach innen und außen an. Der Wind weht heftiger. Es braucht die Vorbereitung auf einen effektiven EU-Grenzschutz, der den Namen verdient. Durchwursteln und insgeheim auf das Handeln anderer hoffen wird da nicht mehr helfen. Aber das Volk wählt Mutti.

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