Zum Jahrestag des Putschversuches: Regierung Erdogan entläßt erneut 7300 Staatsmitarbeiter

16. Juli 2017
Zum Jahrestag des Putschversuches: Regierung Erdogan entläßt erneut 7300 Staatsmitarbeiter
International
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Ankara. Kurz vor dem ersten Jahrestag des Putschversuches in der Türkei sind nach türkischen Medienberichten erneut mehr als 7300 Armeeangehörige, Polizisten und Ministeriumsmitarbeiter entlassen worden – zusätzlich zu den in den zurückliegenden zwölf Monaten bereits entlassenen rund 50.000 Mitarbeitern im Staatsdienst. Grundlage für die jüngste Entlassungswelle sei ein am Freitag veröffentlichtes Regierungsdekret, berichtete die Tageszeitung „Hürriyet“.

In der Türkei wurde des mißlungenen Putsches in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2016 mit aufwendigen Feierlichkeiten gedacht. Präsident Erdogan kündigte Staatsfeinden dabei auch für die Zukunft unnachgiebige Härte an. Bei dem Umsturzversuch konnten die Putschisten zeitweise mehrere zentrale Militär- und Polizeistellen sowie den Istanbuler Atatürk-Flughafen unter ihre Kontrolle bringen. Der Putsch scheiterte, weil russische Nachrichtendienste, die von Syrien aus Funksprüche aufgefangen hatten, Präsident Erdogan rechtzeitig warnten, der sich daraufhin vor einem bereits im Anflug befindlichen Greifkommando der Putschisten in Sicherheit bringen konnte.

Etwa 290 Menschen kamen in der Putschnacht vor einem Jahr ums Leben, mehr als 1.500 wurden verletzt. Mehr als 6.000 mutmaßliche Putschisten wurden festgenommen. Rund 150.000 Menschen wurden bislang aus dem Staatsdienst entlassen oder suspendiert. (mü)

 

Bildquelle: Wikimedia/Kremlin.ru/CC BY 4.0

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