Grenzexperte der Polizeigewerkschaft: „Deutsche Grenze offen wie ein Scheunentor“

20. Juni 2017
Grenzexperte der Polizeigewerkschaft: „Deutsche Grenze offen wie ein Scheunentor“
National
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Düsseldorf. Der Grenzexperte der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Arnd Krummen, warnt, daß „die deutsche Grenze offen steht wie ein Scheunentor“. Nicht nur für illegale Einwanderer, sondern auch für Kriminelle jeglicher Art. „An der Westgrenze in NRW wird wegen des dramatischen Personalmangels fast überhaupt nicht mehr kontrolliert“, so Krummen. Deshalb könnten „Einbrecher, Diebe und Schmuggler, aber auch Einwanderer ungeklärter Identität ungehindert ins Land kommen“. Darunter könnten sich auch Terroristen befinden.

Beziffern lässt sich die illegale Einwanderung nicht, da es fast keine Kontrollen gebe. Die eigentlich geplanten 600 Stellen für die Bewachung der rund 500 Kilometer langen Grenze zu Belgien und den Niederlanden sind nur etwa zur Hälfte besetzt, die Zahl der Beamten im Einsatz ist sogar noch geringer. Nach Abzug von Verwaltungskräften bleiben 220 Beamte übrig, die auch noch Dutzende Bahnhöfe stichprobenartig zu kontrollieren haben. Doch selbst dazu kommen sie kaum, da die Einsatzkräfte fast vollständig mit Abschiebungen und Rücküberstellungen von Asylbewerbern beschäftigt sind und immer wieder Beamte in andere Teile der Republik abgeordnet werden.

Dabei ist Nordrhein-Westfalen der Haupttransitraum Deutschlands und seit Jahren bekannt für grenzüberschreitende Kriminalität. Als die NRW-Polizei im Jahr 2014 binnen zwei Tagen 11.972 Personen an der Grenze zu den Niederlanden überprüfte, wurde bei rund 45 Prozent der Kontrollierten rechtswidriges Verhalten nachgewiesen.

In der Politik und der Bundespolizeiführung sieht man dagegen keinen Bedarf, wie ein Sprecher erklärte. (tw)

 

Bildquelle: Flickr/Metropolico.org/CC-BY-SA-2.0

5 Comments

  1. jacky schreibt:

    „In der Politik und der Bundespolizeiführung sieht man dagegen keinen Bedarf, wie ein Sprecher erklärte.“

    Die deutschen Bürger müssten erkennen, dass Bearf besteht, Politiker und Bundepolizeiführung schleunigst auszutauschen.

  2. Ole schreibt:

    Welch späte Erkenntnis für eine „Experten“. Schlafen sie weiter, Herr Krummen! Wo waren sie die letzten 25 Jahre?

  3. Trill schreibt:

    Die Ostgrenze ist schon ewig auf ,da weiß man gar nicht wo Deutschland endet ,weil es wird weit in Polen noch Deutsch gesprochen .

  4. Bernd Sydow schreibt:

    Es gibt freilich auch deutsche Profiteure von Deutschlands Scheunentor-Grenzen. In der deutschen Hauptstadt beispielsweise ist die Diebstahlrate von deutschen Luxus-Automobilen überproportional hoch. Die Diebe gehören zu professionellen Banden, die in aller Regel aus Ost- und Südosteuropa stammen. Bemerkt der Besitzer seines Wagens den Diebstahl, sind die Autodiebe mit ihrem Diebesgut längst über alle Berge – soll heißen: über die Oderbrücke nach Slubice (früher: Ost-Frankfurt/Oder) – verschwunden.

    Ach ja, die deutschen Profiteure: Die Autoversicherungen ersetzen den Zeitwert und erhöhen die Beiträge. Die Banken geben einen (Ergänzungs-)kredit für das neue Auto (natürlich wieder eine Luxus-Karosse). Und die Autohäuser freuen sich über einen Verkauf aus ihrem Angebot.

    Und so sind (fast) alle zufrieden und glücklich.

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